
Die Deutsche Bahn rückt bei der geplanten Generalsanierung der wichtigen Bahnstrecke zwischen München und Rosenheim von einer monatelangen Komplettsperrung ab. Statt einer ursprünglich vorgesehenen rund 22-wöchigen Vollsperrung sollen die Arbeiten nun auf zwei Bauphasen in den Jahren 2028 und 2031 verteilt werden. Das teilte die Bahninfrastrukturgesellschaft DB InfraGO mit.
Der Plan ziele darauf ab, die parallele Betroffenheit von S-Bahn- und Fernbahnstrecke sowie die Einschränkungen im internationalen Schienengüterverkehr zu minimieren, hieß es bei der Bahn.
Bernreiter: Sehr zufrieden
Ursprünglich sei eine Komplettsperrung vom 21. Januar bis zum 23. Juni 2028 geplant gewesen, die nun vermieden werde, sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Lange (CSU), dem "Münchner Merkur".
"Ich bin sehr zufrieden, dass es diese Planänderung gibt", sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). "Die ursprüngliche Lösung war nicht umsetzbar, besonders der Güterverkehr hat Alarm geschlagen. Als Staatsregierung haben wir uns deswegen mit ganzer Kraft eingesetzt und nun eine deutliche Verbesserung erreicht."
Eine der wichtigsten Bahnverbindungen Bayerns
Die Strecke zählt zu den wichtigsten Bahnverbindungen Bayerns. Sie wird täglich von Regional- und Fernzügen, Güterzügen sowie der S-Bahn zwischen München und Grafing genutzt und ist wichtig im Zusammenhang mit dem geplanten Zulauf zum künftigen Brenner-Basistunnel. Die Infrastruktur auf der Strecke München–Rosenheim werde mit dem angepassten Plan rechtzeitig vor Fertigstellung des Brenner-Basistunnels verlässlicher und leistungsfähiger, erläuterte die Bahn.
Nach dem nun vorgestellten Konzept sollen im Herbst 2027 bauvorbereitende Maßnahmen beginnen. Dafür wird die S-Bahn-Strecke abschnittsweise gesperrt. Weitere Einschränkungen und Sperrungen sind Anfang 2028 an mehreren Wochenenden und während der Faschingsferien geplant.
Erste Sanierungsphase im Februar 2028
Die erste Sanierungsphase soll dann Mitte Februar 2028 beginnen und bis Mitte April dauern. In diesen acht Wochen werden die Fernbahngleise komplett gesperrt. Schwerpunkt sind der Austausch alter Stellwerke sowie Arbeiten an Gleisen und Weichen. Überregionale Züge sollen umgeleitet werden, im Nahverkehr sind Ersatzbusse vorgesehen.
Die zweite Sanierungsetappe ist für das erste Halbjahr 2031 vorgesehen. Dann sollen unter anderem Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe erneuert werden. Außerdem ist die Ausrüstung der Strecke mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS geplant. Details zu den dann notwendigen Sperrungen und Umleitungen liegen noch nicht vor.
Kritik vom Verband Die Güterbahnen
Der Verband Die Güterbahnen, nach eigenen Angaben ein Zusammenschluss von rund 120 Unternehmen mit Bezug zum Schienengüterverkehr, äußerte sich kritisch zu den neuen Plänen als Alternative zur bisher geplanten einmaligen Vollsperrung der Strecke. Kernelement sei offenbar weiter eine mehrwöchige Vollsperrung 2028 und eine weitere mehrwöchige Vollsperrung 2031 plus weitere Sperrungen dazwischen. "Das ist nur anders, nicht besser", sagte Peter Westenberger, Geschäftsführer des Verbandes.
Die beiden Sperrungen zusammen – nach seiner Rechnung wären es einmal acht und einmal 16 Wochen – wären 24 Wochen und damit sogar länger als zunächst geplant, sagte Westenberger. Das könne die verladende Wirtschaft und Bahnunternehmen noch stärker als die bisher geplante einzige Sperrung mit 22 Wochen belasten. Bei der Bahn war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
Westenberger verlangte: "Wir brauchen eingleisige Baustellen plus den vorlaufenden Ausbau von Umleiterstrecken, etwa über Mühldorf am Inn, auch wenn dadurch alles etwas länger dauern würde. Vollsperrungen sind so problematisch, weil es im ausgedünnten bayerischen Schienennetz keine geeigneten Umleitungsstrecken gibt." Zudem habe niemand mit dem Schienengüterverkehr über die neuen Pläne gesprochen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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