
Hans-Joachim Watzke hat Nico Schlotterbeck und die Verantwortlichen von Borussia Dortmund gegen Kritik nach der Vertragsverlängerung des Nationalspielers in Schutz genommen. Dabei bestätigte der frühere Geschäftsführer und aktuelle BVB-Präsident erstmals indirekt, dass es eine Ausstiegsklausel gebe.
"Ich sage: Es ist ein guter Kompromiss", sagte Watzke im Interview der "Ruhr Nachrichten": "Für uns geht es immer darum, als Borussia Dortmund erstmal die Transferwerte zu sichern und dann natürlich auch irgendwann ein bisschen Planungssicherheit zu haben."
Kritik von Kohler: "Keine echte Liebe"
Der Nationalverteidiger hatte in der vergangenen Woche nach monatelangem öffentlichem Hickhack seinen 2027 auslaufenden Vertrag bis 2031 verlängert. Der neue Kontrakt soll ihm im Sommer aber per Ausstiegsklausel in der Höhe zwischen 50 und 60 Millionen Euro den Wechsel zu bestimmten Vereinen ermöglichen.
Der frühere BVB-Profi Jürgen Kohler ätzte deshalb bei Sport1: "Ganz ehrlich: Eine Ausstiegsklausel ist für mich kein klares Bekenntnis. Das ist keine echte Liebe." Schlotterbeck war trotz der Verlängerung am Samstag beim 0:1 gegen Bayer Leverkusen von Teilen der Fans ausgepfiffen worden.
Lange Zeit waren Ausstiegsklauseln in Dortmund verpönt. "Du verlängerst – aber planst gleichzeitig schon den nächsten Schritt. Das ist kein Zeichen von Stärke", betonte Kohler und erklärte: "Du hast jetzt einen Topspieler – aber mit eingebauter Exit-Strategie. In solchen Konstellationen gibt es oft keinen echten Gewinner."
Watzke bestätigt indirekt Ausstiegsklausel: "State of the Art"
Watzke widersprach Kohler und sagte zum Thema Ausstiegsklauseln: "Aber mittlerweile ist das "State of the art". Da müssen wir uns nichts vormachen. Das macht Bayern München genauso wie Paris oder wer auch immer. Das gibt es heute kaum noch anders." Er deutete zudem an, dass die Klausel nicht bis zum Ende der Transferfrist gezogen werden kann. "Das Ende der Transferfrist ist der 31. August. Gehen Sie mal davon aus, dass wir unsere Transferplanungen in diesem Sommer früher abgewickelt haben wollen."
Für den Verein selbst bewertete Kohler das Vorgehen aber als problematisch. "Bei Borussia Dortmund habe ich oft das Gefühl, dass man eher reagiert als agiert. Wenn du immer schon den nächsten Abgang einkalkulierst, wirst du nie ganz oben ankommen", betonte der 60-Jährige. "Ein Topspieler darf gar nicht erst das Gefühl haben, er müsse wechseln, um den nächsten Schritt zu gehen."
Auch hier widersprach Watzke. "Wieso sollte Nico nicht in zwei oder drei Jahren auch noch für Borussia Dortmund spielen? Das ist doch nichtausgeschlossen. Nico hat sich doch nicht gegen Borussia Dortmund entschieden. Er hat die Belange von Borussia Dortmund und unsere Bedürfnisse schon auch sehr stark berücksichtigt", sagte der 66-Jährige.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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