
Hoffenheims Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker hat mit Unverständnis auf die internen Machtkämpfe bei der TSG reagiert. Es seien Dinge passiert, "die kann ich auch selber nicht nachvollziehen", sagte der 39-Jährige beim Sport-Sender DAZN vor dem Spitzenspiel in der Fußball-Bundesliga beim FC Bayern. "In Österreich würde man sagen: Kasperl-Theater." Schicker droht auf der anberaumten Gesellschafter-Sitzung am Montag die Abberufung.
"Ich möchte gerne bleiben", ergänzte Schicker. "Das wird auch jeder verstehen, weil es sportlich auch funktioniert und läuft." Von Sponsoren, Mitarbeitern und Fans habe er Zuspruch erhalten, ebenso von TSG-Mäzen Dietmar Hopp: Dieser stehe zu "100 Prozent" hinter ihm, betonte Schicker. "Das hat er mir mehrmals auch gesagt." Hopp hält 49 Prozent an der TSG GmbH, die restlichen 51 Prozent liegen beim Stammverein (e.V.).
Hopp fehlt "jegliches Verständnis"
Hopp selbst hatte zuvor mit großem Unverständnis auf die Querelen bei der TSG rund um die mögliche Abberufung Schickers reagiert. Ihm fehle für diese Planspiele "jegliches Verständnis", sagte der 85-Jährige in einem Interview der "Rhein-Neckar-Zeitung".
Der im Oktober 2024 von Sturm Graz gekommene Schicker sei hauptverantwortlich dafür, dass die TSG in der Fußball-Bundesliga auf einen Champions-League-Platz stehe. "Durch seine herausragende Arbeit wurde eine Spitzenmannschaft geformt, die mich Woche für Woche begeistert und in ganz Fußball-Deutschland positiv wahrgenommen wird", lobte Hopp und fragte: "Wie können wir den Erfolg unseres Clubs riskieren?"
Unter der Führung des 39 Jahre alten Österreichers habe das Team "wieder zur TSG-DNA zurückgefunden", so Hopp. Die Mannschaft sei "jünger, ihr Fußball attraktiver und erfolgreicher geworden. Damit steigen perspektivisch die Einnahmen, etwa aus TV-Verträgen, aber kurzfristig natürlich schon das Potenzial hoher Transfererlöse", führte der TSG-Gesellschafter weiter aus.
Präsidiumswahl am 9. März
Bei den Kraichgauern tobt seit Monaten ein Machtkampf um den Einfluss von Hopp. Am vergangenen Mittwoch hatte der Verein mitgeteilt, dass man sich einvernehmlich auf das Ende der Zusammenarbeit mit Marketing-Geschäftsführer Tim Jost geeinigt habe.
Zuvor hatten schon Markus Schütz (Vorsitzender der Geschäftsführung) und Frank Briel (Geschäftsführer Finanzen) ihre Posten räumen müssen. Zudem war Präsident Jörg Albrecht aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Der Interims-Vereinsvorsitzende Christoph Henssler, der aus der Ultra-Szene stammt, gilt als Hopp-Gegner. Der neue Präsident wird bei der Mitgliederversammlung am 9. März gewählt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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