
Die Bundesregierung hält sich aus der Debatte über einen möglichen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko heraus. Die Regierung respektiere die Autonomie des Sports, sagte die zuständige Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Christiane Schenderlein, in Berlin.
"Entscheidungen über Teilnahme oder Boykott von Sportgroßveranstaltungen liegen ausschließlich bei den zuständigen Sportverbänden, nicht bei der Politik." Die Bewertung obliege daher den jeweiligen Verbänden, fügte sie hinzu und nannte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den Weltfußballverband FIFA. "Diese Einschätzung wird die Bundesregierung akzeptieren."
Sprecher: Regierung entscheidet nicht über Teilnahme
Ein Regierungssprecher sagte, auch wenn es die deutsche Nationalmannschaft sei, sei es nicht die Bundesregierung, die über die Teilnahme der Mannschaft an Wettbewerben entscheide.
CSU-Chef Markus Söder lehnt einen WM-Boykott der deutschen Nationalmannschaft ab. Dies sei "völliger Quatsch", sowohl im Interesse der Sportler als auch außenpolitisch, sagte der bayerische Ministerpräsident nach einer Sitzung des Parteivorstands in München. "Was soll denn das sein, mal abgesehen davon, dass die Fußball-WM nicht nur in den USA stattfindet, sondern auch in Kanada und in Mexiko."
DFB-Vizepräsident und St.-Pauli-Clubchef Oke Göttlich hatte mindestens eine Diskussion über den Boykott der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko gefordert. "Ich frage mich wirklich, wann der Zeitpunkt ist, darüber konkret nachzudenken und zu reden. Und für mich ist dieser Zeitpunkt definitiv gekommen", sagte er "Hamburger Morgenpost".
Hintergründe: Grönland und Situation in den USA
Hintergrund der Diskussion sind die aktuellen Entwicklungen in den USA und die Politik von Präsident Donald Trump. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hatte die Idee eines Boykotts für den Fall einer US-Annexion Grönlands ins Spiel gebracht. In Berlin wurden Sprecher der Regierung zum Wochenbeginn von Journalisten erneut nach dem Thema gefragt. Hintergrund waren dieses Mal die tödlichen Schüsse auf einen US-Bürger bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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