Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat im nordrhein-westfälischen Landtag gravierende Schutz- und Strafbarkeitslücken gegen sexualisierte Gewalt im Netz beklagt. Zwar gebe es Meldemechanismen bei den großen Plattformen. "Meiner Erfahrung nach funktionieren sie aber nicht", sagte Fernandes als Sachverständige in einer Anhörung im Ausschuss für Kultur und Medien zur Bekämpfung digitaler Gewalt und sogenannter Deepfakes.
Auch sie habe "ganz klare Deepfakes" bei Plattformen gemeldet, so Fernandes. Innerhalb weniger Sekunden sei zurückgekommen: "Konnten wir nicht feststellen, dass es sich hierbei um ein Deepfake handeln soll." Nach ihrem Wissen gebe es nur einen einzigen Fall, bei dem es bei digitaler sexualisierter Gewalt zu einer Verurteilung gekommen sei, sagte Fernandes.
Viele Verfahren werden eingestellt
Sie habe mit verschiedenen Opferanwältinnen gesprochen, und diese hätten geschildert, dass ihre Fälle alle wegen Geringfügigkeit eingestellt worden seien, so Fernandes. "Und ich glaube, das hat einfach auch was damit zu tun, dass vielen gar nicht bewusst ist, was das für die Betroffenen bedeutet."
Fernandes richtet seit einiger Zeit öffentlich Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen, über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte. Sie wirft ihm neben körperlichen Übergriffen vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Dabei geht es nicht um Deepfakes. Ihre Vorwürfe hatten eine breite Debatte über sexualisierte Gewalt im Internet und Demonstrationen in mehreren deutschen Städten ausgelöst. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Gesetz ist in Vorbereitung
Die Bundesregierung hat inzwischen auf die aktuelle Situation reagiert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) bereitet ein Gesetz vor, das das Erstellen und Verbreiten sexualisierter Deepfakes unter Strafe stellen soll.
Das englische Wort "Deepfake" steht für manipulierte Bild- oder Tondateien, die Menschen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt haben. Fotos, Videos oder Töne sollen dabei authentisch wirken, zeigen aber Menschen in Situationen, in denen sie sich tatsächlich nie befunden haben. Meist geht es nach Angaben der Ermittlungsbehörden dabei um sexualisierende Darstellungen von Frauen.
498425
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Promis":
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Hamburg/Kiel: Schauer, Gewitter und Windböen – Regenserie zum Wochenende10.06.2026 - 2
Rosengarten: Einbruch in Schulgebäude – Bargeld gestohlen15.06.2026 - 3
Zwickau: Mann will Geld anlegen und verliert über 200.000 Euro23.06.2026 - 4
News des Tages am 7. Mai 2026: Die Schlagzeilen von heute07.05.2026 - 5
Eilmeldung: Berlin zieht Olympia-Bewerbung zurück24.09.2026
Ähnliche Artikel
Transfer News: DFB-Stars starten in Bayern-Vorbereitung27.07.2026
Hamburg: Senatorin: Weiteres Schicksal von Wolf noch unklar31.03.2026
Kiel: Steinmeier segelt zur Eröffnung der Kieler Woche20.06.2026
Atlanta Hawks - Oklahoma City Thunder bei Amazon live streamen!: NBA Preseason 2026 heute mit12.10.2026
NBA Finals 2026: New York Knicks geben sich nicht auf – San Antonio Spurs gewinnen knapp09.06.2026
Fußball-WM: Reaktionen zum WM-Spiel Deutschland - Ecuador26.06.2026
Alternativen gesucht: Geht es ohne? – Wie Tierversuche ersetzt werden sollen10.09.2026
Fußball News: 2:1 gegen Bielefeld: Darmstadt erkämpft ersten Saisonsieg11.09.2026
NFL 2026: Peinliche Pleite - New York Giants führt Miami Dolphins vor23.08.2026
Berlin: So kommen Kinder in Berlin zum Schwimmkurs10.06.2026











