
Ein Zwischenfall mit einer giftigen Chemikalie im Chempark Dormagen ist für die betroffenen Mitarbeiter offenbar glimpflich ausgegangen. "Ein Großteil der in die Krankenhäuser transportierten Mitarbeitenden konnte diese bereits wieder verlassen", sagte ein Chempark-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Wir gehen aktuell davon aus, dass auch die letzten innerhalb der kommenden ein bis zwei Tage entlassen werden." Man habe jedenfalls keinerlei Informationen, dass sich im Rahmen der vorsorglichen medizinischen Überwachung der Gesundheitszustand eines Betroffenen verschlechtert habe.
Phosgenhalte Flüssigkeit ausgetreten
Am frühen Samstagmorgen war im Chempark Dormagen eine phosgenhaltige Flüssigkeit ausgetreten. Die für einen solchen Fall vorinstallierten Sicherheitsmaßnahmen zur Neutralisierung des toxischen Stoffes hätten sofort gegriffen, teilte der Chempark mit. Dazu sei eine Dampf-Ammoniak-Wand ausgelöst worden. Die Phosgen-Wolke sei dadurch schnell gestoppt worden.
Messfahrzeuge der Werksfeuerwehr und der Berufsfeuerwehren Köln und Dormagen hätten in den angrenzenden Wohngebieten kontrolliert und keine Auffälligkeiten festgestellt, so der Chempark. Allerdings hätten Anwohner möglicherweise das Ammoniak riechen können, das einen sehr starken und schlechten Geruch verbreite, aber unschädlich sei.
Bis zu 25 Mitarbeiter unter Kontaminationsverdacht
Bis zu 25 Mitarbeiter des Chemparks wurden mit Kontaminationsverdacht in umliegende Krankenhäuser gebracht und dort für 24 Stunden medizinisch beobachtet. Ein Polizeisprecher sagte, nach seinen Informationen hätten die Patienten keine Symptome, die auf eine Erkrankung oder Verletzung hinweisen würden.
Ein Chempark-Sprecher sagte, die hohe Verletztenzahl sei dadurch zu erklären, dass bei Phosgen schon das Verfärben einer am Körper zu tragenden Warnplakette ausreiche, um sich vorsichtshalber in eine medizinische Überwachung zu begeben. Auswirkungen auf den menschlichen Körper zeigten sich möglicherweise erst nach Stunden. Wer auf Grundlage dieser Sicherheitsmaßnahme in ein Krankenhaus gebracht werde, gelte - unabhängig von möglichen Symptomen - als "verletzt", so der Sprecher.
Polizei geht von technischem Defekt oder Fehlbedienung aus
Zum Stand der Ermittlungen zur Unfallursache sagte der Polizeisprecher, es gebe keine Hinweise auf Fremdverschulden. "Wir gehen - Stand jetzt - von einem technischen Defekt aus beziehungsweise einer Fehlbedienung." Das müsse aber noch genau geklärt werden.
Phosgen werde unter anderem als Ausgangsstoff zur Herstellung von Vorprodukten für Pflanzenschutzmittel und Pharmazeutika genutzt. Im Chempark sind rund 70 Unternehmen aus der Chemiebranche mit Produktionsanlagen angesiedelt.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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