
Noch vor dem deutschen Fußball-Klassiker zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München gleich nebenan will Yemisi Ogunleye eine Show als deutsche Hallenmeisterin im Kugelstoßen bieten. Der Auftritt der Olympiasiegerin ist zum Start der dreitägigen nationalen Titelkämpfe in Dortmund der Höhepunkt am Freitagabend (Beginn 18.00 Uhr/sportschau.de). In der Helmut-Körnig-Halle - gleich neben dem Signal Iduna Park des BVB, wo am Samstag der FC Bayern gastiert - gelang Ogunleye im vorigen Jahr mit 20,27 Metern ihre persönliche Bestleistung.
Die Vorfreude ist groß: "Die Zuschauer waren letztes Jahr einzigartig und haben viel Stimmung gemacht", sagte Ogunleye rückblickend. Vielleicht gibt es auch diesmal ein Spektakel. Die Vorbereitung auf das neue Jahr verlief problemlos, vor allem gesundheitlich. Daumen hoch - damit signalisierte die Mannheimerin in einer Medienrunde vor den Meisterschaften, dass bei ihr alles okay ist.
Die Weiten in der bisherigen Hallensaison stimmen, der beste Stoß gelang Ogunleye in Nordhausen mit 19,86 Metern. Damit ist sie derzeit die Nummer drei der Welt und weckt Hoffnungen auf eine Medaille bei der Hallen-WM in Polen vom 20. bis 22. März.
Tänzeln im Kugelstoß-Ring
Das kommt trotz der Erfolge der vergangenen Jahre momentan ein wenig unerwartet. Denn Drehstoßerin Ogunleye hat an ihrer Technik gefeilt, so etwas kann dauern. Eine Saison ohne Olympia und WM mit der EM in Birmingham als Höhepunkt bot sich dafür an, um an der Bewegung des Schwungarms, der Stellung der Füße, dem Timing zu arbeiten.
"Die größte Baustelle ist das Warten, bis ich die Kugel ausstoßen darf", sagte Ogunleye. Zuvor geht es darum, "wie man den Stoß attackiert, der Rhythmus der Füße, der weite Weg mit dem Schwungbein", erklärte die Mannheimerin. Schwierig ist, dafür die Bewegungen von Ober- und Unterkörper zu entkoppeln. "Es fühlt sich ein bisschen tänzerisch an - das ist wie eine Choreo, die ich immer wieder abspielen muss."
2025 ein schwieriges Jahr
Weil die 27-Jährige eine schnelle Athletin ist, geht es letztlich vor allem darum, die Geschwindigkeit auf die Kugel zu bekommen und dadurch eine große Weite zu erzielen. Lächelnd räumte Ogunleye dann ein: "Ich glaube, für den Laien ist es total schwer zu sehen. Am einfachsten ist immer zu sehen, wo die Kugel landet."
Das soll sie nach einem eher schwierigen Jahr möglichst bald wieder jenseits der 20-Meter-Marke. Nach dem Sensations-Gold im August 2024 in Paris musste Ogunleye mit ungewohnten Herausforderungen jenseits des Sports zurechtkommen. "Da ist ganz viel auf sie eingestürzt", sagte Trainerin Iris Manke-Reimers dem Magazin "Leichtathletik".
Auch nationale Konkurrenz ist da
Zwar empfindet Ogunleye die vielen Medientermine und Anfragen, die dann folgten, als wertvolle Erfahrung. Andererseits bedeuteten sie eine zusätzliche Belastung und kosteten viel Zeit im Trainings-Alltag. Platz sechs bei der WM in Tokio war keine Enttäuschung, aber eine weitere Medaille war nach Olympia-Gold, WM- und EM-Silber in der Halle sowie EM-Bronze nicht in Reichweite.
Kurz vor den Hallen-Meisterschaften wirkt Ogunleye entspannt und gelöst - eine wichtige Voraussetzung für Höchstleistungen. Antrieb ist zudem der nationale Konkurrenzkampf. In Katharina Maisch und Alina Kenzel gibt es neben den internationalen Rivalinnen zwei starke deutsche Kugelstoßerinnen. "Ich freue mich, wenn wir die Welt ein bisschen unsicher machen können", sagte Ogunleye - am besten beim Saisonhöhepunkt, der EM im August in Birmingham.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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