
Malaika Mihambo formte mit ihren Händen ein Herz und winkte ins Publikum: Die imposante Titelserie von Deutschlands bester Weitspringerin hat auch bei den nationalen Hallen-Meisterschaften in Dortmund gehalten. Der 32-Jährigen genügten 6,57 Meter zum neunten Meistertitel nacheinander unter dem Dach. Nach einer holprigen Hallensaison und für sie nur mäßigen Weiten setzte sich Mihambo vor der Jahresbesten Libby Buder durch, die 6,41 Meter sprang.
Bei aller Freude war Mihambo nicht ganz zufrieden: "Heute lief es nicht ganz so, wie ich mir das erhofft hatte", sagte die Olympiasiegerin und zweimalige Weltmeisterin. Beim Anlauf fühlte sich Mihambo schnell wie selten in der Halle. "Und dann war ich doch ein wenig ratlos, wie man dann so wenig weit springen kann." Mit dem Istaf Indoor in Berlin am kommenden Freitag wird Mihambo ihre Hallensaison beenden. Auf die Weltmeisterschaften vom 20. bis 22. März in Polen verzichtet sie.
Ogunleye als größte Hoffnung zur Hallen-WM
Dabei sein wird dann - wie zuvor auch in Berlin - Kugelstoß-Olympiasiegerin Yemisi Ogunleye. Die 27 Jahre alte Mannheimerin hatte am Freitagabend in Dortmund mit persönlicher Bestleistung von 20,37 Metern für den Höhepunkt der deutschen Meisterschaften gesorgt.
Ogunleye reist damit als größte Hoffnung aus dem Kreis der Hallen-Titelträger nach Torun. "Ich möchte versuchen, den Fokus bei mir zu behalten und weiter so weit zu stoßen", sagte Ogunleye. In der Halle hat sie schon WM-Silber geholt.
Auch viel internationales Mittelmaß
Viele andere Leistungen waren international nicht auf Top-Niveau. Dem einstigen Vize-Europameister Bo Kanda Lita Baehre genügte im Stabhochsprung ein gültiger Versuch über 5,60 Meter für den deutschen Titel. "Es wäre mehr möglich gewesen", sagte der Düsseldorfer danach.
So wie bei seinem Stabhochsprung-Kollegen Emmanouil Karalis bei den griechischen Hallen-Meisterschaften: Der WM-Zweite meisterte in Paiania 6,17 Meter und versuchte sogar zweimal, dem schwedischen Überflieger Armand Duplantis mit 6,31 Metern den Weltrekord zu entreißen.
Ansah nicht weit weg vom deutschen Rekord
Die eine oder andere WM-Norm wurde aber auch vor den 4.000 Zuschauern in der Helmut-Körnig-Halle unterboten. Alexander Stepanov überzeugte über 800 Meter in 1:45,84 Minuten. Er wollte eigentlich den deutschen Rekord brechen, doch dazu fehlte fast eine Sekunde. "Die letzten 100 Meter waren sehr hart. Ich bin viel zu schnell angegangen", sagte Stepanov.
Das enge 60-Meter-Finale gewann 100-Meter-Rekordler Owen Ansah in 6,55 Sekunden gegen starke Konkurrenz, nur drei Hundertstel fehlten dem Hamburger zur Hallen-Bestmarke. In Abwesenheit von Gina Lückenkemper, die auf Einzelstarts verzichtete und mit der 4x200-Meter-Staffel des SCC Berlin gewann, stürmte bei den Frauen die erst 19-jährige Philina Schwartz aus Berlin in 7,18 Sekunden auf Rang eins. Der Olympia-Sechste Simon Batz sprang bei seinem Sieg 8,09 Meter weit und hofft auf den WM-Start.
Verband zieht positives Fazit
Sportvorstand Jörg Bügner sah die Titelkämpfe als wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zur Hallen-WM und zur EM im August in Birmingham. "Diese Standortbestimmung haben die Athletinnen und Athleten bravourös gemeistert und können mit Rückenwind in die bevorstehenden Aufgaben gehen", befand Bügner und lobte die Weltklasseleistung von Ogunleye und die Sprint-Finals.
Einige bewährte Kräfte fehlten zudem in Dortmund. Und erst im Freien wieder dabei ist Hammerwerfer Merlin Hummel, der WM-Zweite war in Dortmund nur als fleißiger Autogrammschreiber gefragt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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