
Der Prozess um ein großes Waffenlager in Remscheid und illegalen Handel mit Kriegswaffen hat mit einem Geständnis begonnen. "Mein Mandant räumt die Vorwürfe ein. Die Anklage ist insoweit zutreffend", sagte der Verteidiger eines 35-Jährigen beim Prozessauftakt am Wuppertaler Landgericht. Der Verteidiger des 38-Jährigen sagte, sein Mandant sei "grundsätzlich aussagebereit".
Die Verteidiger des 60-jährigen Hauptangeklagten regten ein Rechtsgespräch an. Vom Ergebnis dieses Gesprächs werde abhängen, ob sich ihr Mandant äußere.
Arsenal im Wohnhaus
Zuvor hatte Oberstaatsanwalt Daniel Müller fast eine Stunde lang verlesen, was alles im Haus des Hauptangeklagten gefunden worden sei: Von Pistolen und Revolvern zu Maschinenpistolen, Sturmgewehren und Schalldämpfern reichte die Palette.
Namhafte Waffenhersteller und Marken waren darunter: Walther, Mauser, Luger, Beretta, Browning, Sig Sauer, Ceska, Rheinmetall, Colt, Kalaschnikow, Heckler&Koch sowie Smith&Wesson.
Auch Schießstifte, Butterflymesser, Stahlruten, Elektroschock-Taschenlampen und Schlagringe soll der 60-Jährige im Angebot gehabt haben. Etliche Waffen wurden als unvollständig oder unbrauchbar beschrieben. Der Staatsanwalt listete auch zahlreiche Einzelteile auf.
Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert sagte unmittelbar vor Beginn des Prozesses, die Ermittler hätten einen Zeugen in Polen gefunden, der den umfangreichen Handel auch mit Kriegswaffen bestätigt habe. Verdeckte Ermittler waren dem Trio auf die Spur gekommen, als sie über einen Mittelsmann einen illegalen Waffenkauf einfädeln konnten.
Waffen hinter Geheimtüren versteckt
Geheimtüren, versteckte Räume, verborgene Schließmechanismen, Munition im Hohlraum eines Türrahmens: Der Fund des geheimen Waffenarsenals hinter einer Art privatem Waffenmuseum hatte im Oktober vergangenen Jahres bundesweit für Furore gesorgt.
Tagelang stießen 200 Einsatzkräfte in einem Gebäudekomplex in der Remscheider Innenstadt auf immer neue Überraschungen. Nach und nach förderten sie ein enormes Waffenarsenal ans Licht. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.
Die Staatsanwaltschaft hat drei Männer im Alter von 35, 38 und 60 Jahren wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz angeklagt. Dafür drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Rund 300 scharfe Schusswaffen sichergestellt
Bei den Durchsuchungen in Remscheid hatten Polizisten rund 300 scharfe Schusswaffen - davon 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, darunter Präzisionsgewehre, 11 Revolver und 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten - sowie fast 100.000 Schuss Munition sichergestellt.
Das Wuppertaler Landgericht hat für den Fall bis zum 23. September zehn Verhandlungstage angesetzt.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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