
Nach der Beschlagnahmen großer Mengen Kokain in europäischen Häfen wie Hamburg, Rotterdam und Antwerpen haben die Drogenbanden ihre Taktik verändert. "Es gibt weniger Großsicherstellungen", sagt der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, der Deutschen Presse-Agentur. Daher sei anzunehmen, dass nun häufiger geringere Mengen importiert würden, auf unterschiedlichsten Wegen.
Drogenpakete zur Abholung im Meer
Ein Beispiel dafür sei das sogenannte Drop Off, bei dem mit einem GPS-Sender ausgestattete Drogenpakete auf See abgeworfen und dann von Komplizen auf anderen Schiffen oder auch kleineren Booten eingesammelt werden. Die Banden wichen zudem auf kleinere Häfen und alternative Routen aus. "Portugal und Spanien etwa stehen mittlerweile im Blickpunkt."
Ein Indiz dafür, dass Kokain - eine der lukrativsten Drogen für Kriminelle - auf dem deutschen Markt aktuell in großen Mengen vorhanden sei, sind laut BKA die gesunkenen Preise, bei weiterhin hoher Qualität.
Menge sinkt durch Verbot in Afghanistan
Dass der Trend bei Heroin in eine andere Richtung deutet, hat mit den islamistischen Taliban zu tun, die 2021 in Afghanistan erneut die Macht übernommen haben. Der Anbau von Schlafmohn, aus dem der Heroin-Rohstoff Opium gewonnen wird, wurde 2022 von den Taliban verboten.
"Während bei Kokain die Anbaumengen immer größer werden, ist es im Heroinbereich umgekehrt, dadurch, dass in Afghanistan der Anbau quasi verboten wurde", erklärt Münch. Das habe zur Folge, dass beim Heroin die Preise stiegen und die Qualität sinke. Heroin werde deshalb nun mit verschiedenen synthetischen Drogen versetzt, was das gesundheitliche Risiko für die Konsumenten erhöhe.
Bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität habe die Polizei deshalb aktuell mehrere Schwerpunkte, erklärt der Behördenchef: "Bei Kokain setzen wir auf Maßnahmen entlang der kompletten Logistikkette - von der Herstellung über den Schmuggel nach Europa." Im Bereich der synthetischen Drogen gehe es etwa um die gesetzliche Kontrolle und Überwachung von Grundstoffen für die illegale Herstellung von Betäubungsmitteln und die Feststellung illegaler Labore in Europa.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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