
Er werde sein Handy auch über die Feiertage anlassen, sagte Max Eberl. Schließlich müsse er für Vincent Kompany ja erreichbar sein. "Wir schreiben und reden sehr viel", sagte der Sportvorstand des FC Bayern. Über mögliche Transfers werde es mit dem Trainer kaum gehen, gab er zu verstehen. Da haben die Münchner diesen Winter wenig vor. Aber gegenseitig beglückwünschen werden sich Eberl und Kompany sicher noch mal - nicht nur zu Weihnachten.
Der deutsche Fußball-Rekordmeister hat einen famosen ersten Saisonteil hinter sich. Und beste Aussichten für 2026. Nicht nur Torjäger Harry Kane liefert in bemerkenswerter Regelmäßigkeit ab. Für "herausragende Quoten" hätten die Münchner in dieser Spielzeit bisher gesorgt, sagte Eberl. So manchen Rekord dürfte es durchaus noch geben. Und im Idealfall im Frühjahr auch mehrere Titel.
"Wenn's richtig zählt, im März, April, Mai", sagte Eberl: "Dann wollen wir dabei sein." Um aus der Herbst- auch die richtige Meisterschaft zu machen und dazu vielleicht auch im Pokal und in der Champions League ganz oben zu stehen. Er spüre bei der Mannschaft "diese Lust, diese Gier, das schaffen zu wollen", so Eberl.
Kane überzeugt nicht nur als Torjäger
22 Siege in 25 Pflichtspielen. National noch ungeschlagen. In der Liga neun Punkte Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund. Was die Bayern in der bisherigen Saison gezeigt haben, hätten ihnen viele Experten im Sommer, als sie Eberl für dessen Kaderplanung mitunter noch ziemlich scharf kritisierten, nicht zugetraut. Der Sportchef meidet das Wort "Genugtuung". Ein Stück weit strahlt er sie aber aus, wenn er über die Erfolgsfaktoren der Münchner spricht.
Einer davon ist natürlich Stürmerstar Kane. Gemessen an seinen Toren für Club und Nationalmannschaft hat der Engländer das bislang beste Kalenderjahr der Karriere hinter sich. 19 Liga-Treffer stehen für den 32-Jährigen diese Saison schon wieder zu Buche. Knackt er womöglich den Rekord von Robert Lewandowski, der für die Bayern 2020/2021 satte 41 Tore erzielt hatte?
Auch die 100 direkten Torbeteiligungen, die Kane in seinen bisherigen 78 Bundesliga-Partien gesammelt hat, sind beeindruckend. Dazu arbeite er für die Mannschaft und reiße die Kollegen mit, schwärmte Eberl nach dem 4:0 (2:0) beim 1. FC Heidenheim zum Jahresabschluss am Sonntag von Kane.
Pure Dominanz trotz "Corona-Woche"
Auf der Ostalb waren die Bayern mit dem letzten Aufgebot und trotzdem von Beginn an dominant aufgetreten. Die Münchner haben gelernt, mit der hohen Belastung aus ihren vielen Wettbewerben und diversen gesundheitlichen Rückschlägen umzugehen. Man müssen den Kader gut nutzen, sagte Kompany zum Abschluss einer Woche, die ihm wie eine "Corona-Woche" vorgekommen war. Ständig sei ein weiterer Spieler ausgefallen. "Wie ein "Adventskalender, aber mit schlechten Nachrichten" habe sich das angefühlt, sagte der Belgier.
Aufgrund der Personalnot waren in der Schlussphase in Heidenheim auch der 18-jährige David Daiber und der sogar erst 16-jährige Cassiano Kiala zu ihren Bundesliga-Debüts gekommen. Die nächsten Zukunftshoffnungen der Bayern nach Senkrechtstarter Lennart Karl? Da sie schon monatelang mittrainieren und die Abläufe kennen würden, könne man diesen Jungs vertrauen, so Kompany.
Lehren aus Club-WM und Musiala-Schock
Fast schon als Segen empfinden die Bayern rückblickend auch die Strapazen der Club-WM. Man hätte gesehen, dass man über einen Monat hinweg gut zusammenleben und das auch genießen könne, sagte Coach Kompany über die Zeit in den USA. Das Turnier im vergangenen Sommer habe Verein und Mannschaft "unglaublich zusammengeschweißt", meinte Eberl.
Womöglich auch wegen des dramatischen Endes mit der schweren Verletzung von Jamal Musiala beim Viertelfinal-Aus gegen Paris Saint-Germain. Der Schock über die lange Zwangspause des Offensiv-Juwels ließ die Münchner noch enger zusammenrücken. Nach der Winterpause will auch der 22-Jährige mit den Bayern wieder angreifen - noch eine schlechte Nachricht für die Konkurrenz.
55 Tore haben die Münchner in dieser Bundesliga-Spielzeit schon erzielt. Gut möglich, dass sie ihre eigene Bestmarke von 101 Treffern aus der Saison 1971/1972 diesmal tatsächlich knacken. Mit Kane. Mit Michael Olise. Mit Luis Díaz. Und auch wieder mit Jamal Musiala. Sie müssten schauen, dass sie auch über ein ganzes Spiel hinweg die Kontrolle behalten könnten, sagte Josip Stanisic in Heidenheim über das Steigerungspotenzial der Bayern. Viel mehr fiel ihm nicht ein. Kein Wunder bei dieser Münchner Wahnsinns-Form.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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