
Bei dem verheerenden Waldbrand an der französischen Atlantikküste ist im schwer getroffenen Ort Le Porge ein vergessenes Munitionslager aus dem Zweiten Weltkrieg explodiert. "In unserer Gemeinde gab es – ohne dass wir davon wussten – Munitionsdepots, die auf Grundstücken vergraben waren und explodiert sind", sagte der Bürgermeister des Ortes, Martial Zaninetti, dem Sender France Info.
In der zweiten Brandnacht, als über zehn Meter hohe Flammen die Häuser verschlangen, sei ein ohrenbetäubender Lärm ertönt, der einem "Kriegslärm" glich. Wie die örtliche Zeitung "Ouest-France" berichtete, ging es wohl um ein Lager mit deutscher Munition, die in der Region noch vielfach gefunden wird.
"Wir dachten zunächst, es handele sich um Gasflaschen, aber es war wirklich viel zu heftig. Es sind tatsächlich Granaten explodiert; einige liegen auf dem Boden, andere sind nach rechts und links abgeflogen und haben ganze Gebiete durchquert. Eine davon ist sogar durch ein Haus geflogen", sagte der Bürgermeister. Ihm zufolge "gab es eine Menge Munition", so dass "mehr als hundert Explosionen" zu hören waren. Es habe aber keine Verletzten gegeben. Sprengstoffexperten hätten das Gelände später überprüft und wollten in einigen Tagen erneut anrücken. Als es zu den Explosionen kam, waren die Bewohner schon evakuiert.
Granate fliegt ins Schlafzimmer
Als ein Hausbesitzer später vor Ort nach dem Rechten sah, habe er ein Loch in einem Fensterladen bemerkt, berichtete "Ouest-France". Auf dem Schlafzimmerboden habe er dann eine Granate gefunden, die den Fensterladen und die Scheibe durchgeschlagen hatte. "Das Haus hat die Flammen überstanden, wurde aber von einer Granate durchschlagen", berichtete der Sohn des Eigentümers. Dabei wurde die Granate wohl durch die Wucht der Explosionen durch die Luft gewirbelt und schlug in dem Haus ein, ohne selbst zu explodieren.
Deutsche Munitionsfunde in der Region sind keine Seltenheit, denn der Küstenbereich war während des Zweiten Weltkriegs ein wichtiger Bestandteil des deutschen Atlantikwalls. Entlang der Küste errichteten deutsche Truppen in den Dünen und Wäldern zahlreiche Bunker, Gefechtsstände und Munitionslager. Beim Rückzug der Wehrmacht im Spätsommer 1944 mussten viele dieser Anlagen teilweise hastig aufgegeben werden, so dass Munition und militärische Ausrüstung zurückblieben.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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