
Annalena Baerbock (45/Grüne) lehnt einen WM-Boykott im Zuge der aggressiven Politik und der Annexions-Drohungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump ab. In einem Interview sagte die Präsidentin der UN-Vollversammlung und ehemalige Bundesaußenministerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland: "Das würde ja auch Kanada und Mexiko treffen, die ebenso Ausrichter sind."
Baerbock appelliert an Funktionäre
Sie halte auch darüber hinaus nichts davon, "notwendige politische Debatten auf dem Rücken von Sportlerinnen und Sportler auszutragen, die jahrelang auf eine Meisterschaft hingearbeitet haben", betonte Baerbock. Die Verbände und Funktionäre stünden im Rahmen von sportlichen Großereignissen aber in der Pflicht, "dass ihre eigenen Vergabekriterien wie Pressefreiheit, Nichtdiskriminierung oder auch Einreisebestimmungen nicht mit Füßen getreten werden".
Auf dieser Ebene gebe es auch eine politische Verantwortung, "sich nicht als Claqueur auf den Rängen instrumentalisieren zu lassen", sondern sich vielmehr auch vorher klar zu positionieren.
Jüngst hatte sich erst die Bundesregierung gegen einen WM-Boykott ausgesprochen. "Das unterstützen wir nicht", sagte Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Darauf habe man sich innerhalb des Bundeskabinetts verständigt.
Zur Begründung verwies Schenderlein auf die außenpolitische Linie der deutschen Regierung gegenüber den USA. "Der Sport darf dafür nicht instrumentalisiert werden", sagte sie. Zudem finde die WM nicht nur in den Vereinigten Staaten statt, sondern auch in Kanada und Mexiko.
DFB-Boss lehnt Boykott ebenfalls ab
Rund um den Konflikt zwischen den USA und den europäischen Nato-Staaten hatte es wegen Trumps Besitzansprüchen auf Grönland aus der Politik auch Stimmen gegeben, eine WM-Teilnahme überprüfen zu müssen.
Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Bernd Neuendorf, hatte sich aber auch klar gegen einen Boykott positioniert. "Ich glaube, das ist gar keine große Debatte, weil wir sind - glaube ich - sehr einmütig beim DFB, dass wir diese Debatte zum jetzigen Zeitpunkt für völlig verfehlt halten."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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