Nach den schweren gewalttätigen Ausschreitungen in Paris und anderen französischen Städten hat der frühere Fußball-Weltmeister Emmanuel Petit seinem Zorn Luft gemacht. "Am liebsten würde ich jetzt auf die Straße gehen und mich mit all diesen Idioten prügeln", sagte Petit in einem knapp vierminütigen Video auf Instagram.
Der 56-Jährige, der 1998 mit Frankreich den WM-Triumph und zwei Jahre später den Europameistertitel holte, redete sich im Laufe seines Monologes immer mehr in Rage, wurde teils sogar laut. Er verspüre "einen tiefen Zorn - tief in mir drin - gegenüber Menschen, die eigentlich so sein sollten wie ich: als Franzosen geboren. Doch der französische Pass scheint ihnen völlig egal zu sein. Ich bin sogar überzeugt, dass sie Frankreich hassen", sagte der frühere Abwehrspezialist.
Bei den landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten in Frankreich war es am Wochenende zu schweren Ausschreitungen gekommen. Allein am Samstag hat die französische Polizei fast 2.400 Personen festgenommen. Die französische Regierung ordnet die Krawallmacher der linken Szene zu. Später rückten nach Angaben der Behörden junge Männer aus Vorstädten zu Plünderungen an. Die sogenannten Banlieues sind vielfach von Armut und einem hohen Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund geprägt.
"Geht dorthin zurück, wo ihr hergekommen seid"
Der mittlerweile als TV-Experte arbeitende Petit, auch da für seine teils unbequemen Analysen bekannt, zeigte sich solidarisch mit den Opfern der Krawalle sowie den Einsatzkräften. Mit den Gewalttätern ging er hart ins Gericht: "Sie zerstören alles, sie setzen alles in Brand, sie machen alles kaputt, plündern, stehlen, verletzen Menschen, greifen sie an und beleidigen sie. Es ist immer das gleiche Vorgehen: Sie tragen Sturmhauben, denn was sie alle verbindet, ist die Feigheit."
Massive Kritik übte Petit auch an der Politik. "Denn jetzt reicht es. Es reicht endgültig. Es gibt kein Geld für die Polizei, kein Geld für die Armee, kein Geld für die Krankenhäuser und kein Geld für die Schulen. Für niemanden ist Geld da - außer für Sie, die Politiker."
Petit richtete sich dann an seine Landsleute, mit einer deutlichen Warnung: "Ich bin wie ihr: Ich liebe mein Land. Ich liebe auch alle Ausländer, die mein Land lieben und sich integrieren wollen. Aber alle anderen, angefangen bei den Franzosen, die nicht wollen, dass Frankreich so bleibt, wie es ist: Geht dorthin zurück, wo ihr hergekommen seid. Wir brauchen euch nicht."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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