
Die ganze Wucht der Pokal-Blamage von Real Madrid bekam der neue Trainer Álvaro Arbeloa am Morgen danach noch mal zu spüren. Gnadenlos rechneten die spanischen Zeitungen mit den "Königlichen" im Spiel eins nach der Trennung von Xabi Alonso ab.
"Debakel total", titelte "Marca". "Das Leben geht gleich weiter .... oder noch schlimmer", schrieb "Sport". "Ein Desaster dieser Art, das in die Geschichte eingehen wird, ist wahrlich kein guter Start in eine neue Ära", meinte "As".
Eine Niederlage gegen einen abstiegsgefährdeten Zweitligisten ist das Eine. Das Aus für den 20-maligen Gewinner in der Copa del Rey im Achtelfinale ist das Andere. Was dem 2:3 gegen Albacete Balompié für die Königlichen aber die Krone aufsetzte: Es sollte der Neustart nach der kurzen Amtszeit von Xabi Alonso werden, für den nach dem 2:3 im Supercup-Finale am vergangenen Sonntag in Dschidda gegen Erzrivale FC Barcelona Schluss gewesen war.
Klare Worte vom Trainer
"In diesem Verein ist schon ein Unentschieden schlecht, eine Tragödie", sagte Arbeloa nach seinem gründlich misslungenen Einstand: "Stellen Sie sich eine Niederlage wie diese vor. Es ist schmerzhaft, und ich bin sicher, dass alle Fans verletzt sind, umso mehr, wenn man gegen eine Mannschaft aus einer niedrigeren Liga spielt."
Schönreden machte eh keinen Sinn. Ob er wolle oder nicht, er habe den Beigeschmack eines Interims-Trainers, schrieb "As" bereits über den 42 Jahre alten Arbeloa. Denn der Neustart unter dem nächsten ehemaligen langjährigen Real-Profi wurde zur Peinlichkeit für den Club mit den höchsten Ansprüchen, der auch in anderen Fußball-Nationen entsprechend kommentiert wurde.
"Bei seinem Debüt als Trainer von Real Madrid hätte sich Álvaro Arbeloa sicherlich kein schlechteres Szenario vorstellen können", schrieb Frankreichs "Le Parisien". "Ein Alptraum-Start für Arbeloa", meinte die britische "Daily Mail". "Arbeloas spektakulärer Flop", hieß es beim italienischen "Corriere dello Sport".
Der bisherige Coach der zweiten Mannschaft von Real verzichtete unter anderem auf Kylian Mbappé, auf Jude Bellingham, Thibaut Courtois oder Rodrygo und musste kurz vor der Pause die Führung der Gastgeber mitansehen, die in der Runde zuvor auch schon Reals Ligarivalen Celta Vigo ausgeschaltet hatten. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs gelang Real immerhin der Ausgleich.
Leihspieler sorgt für die Entscheidung
Doch in der Schlussphase verewigte sich Jefté Betancor Sanchez, ausgeliehen von Olympiakos Piräus, in den Herzen der Albacete-Fans. Mit einem Doppelpack (82. und 90.+4) besiegelte er das Aus von Real Madrid. Der zwischenzeitige Ausgleich auch schon in der Nachspielzeit rettete die Königlichen nicht mehr.
Arbolea vergrub seine Hände in den Hosentaschen und schlich mit gesenktem Kopf über den Rasen. "Niemand tanzt in Madrid. Weder Vinicius noch Álvaro Arbeloa, dessen Ära mit einer Katastrophe beginnt", schrieb "El Mundo".
"Ich habe in meinem Leben schon oft verloren. Harte Niederlagen und schwierige Momente, aber ich glaube nicht, dass Niederlagen prägen", sagte Arbeloa. "Wenn etwas diesen Verein prägt, dann sind es die Siege, die Titel und die vollen Vitrinen. Ich bin nicht hier, um meinen Lebenslauf zu verbessern, sondern um dem Verein zu helfen, der beste der Welt zu sein und die Vitrinen zu füllen."
Nächste Bewährungsprobe gegen Aufsteiger und Tabellenvorletzten
Für elf Uhr bestellte Arbeloa die Spieler am Donnerstag wieder auf den Trainingsplatz. Viel Zeit, seine Ideen dem Team zu vermitteln bis zum nächsten Spiel, bleibt ihm wieder nicht. Bereits am Samstag steht für Real das Heimspiel in der spanischen Meisterschaft gegen UD Levante an. Das Hinspiel beim Aufsteiger hatten die derzeit hinter dem FC Barcelona zweitplatzierten Madrilenen in den ersten Wochen der Alonso-Ära 4:1 gewonnen.
Den letzten Tabellenplatz verließ das Team aus Valencia zu Jahresbeginn, mehr als der vorletzte Rang ist es aber auch nicht geworden vor dem Gastspiel im ehrwürdigen Bernabéu-Stadion. Real sollte dennoch gewarnt sein. Nach einem 3:0 gegen den FC Sevilla trotzte Levante zuletzt dem Tabellenfünften Espanyol Barcelona ein 1:1 ab. "Wir müssen daran arbeiten, am Samstag ein großartiges Spiel zu machen", betonte Arbeloa - wohl wissend, was bei Real los ist, wenn das nicht gelingt.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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