
Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist vom bisherigen Auftreten der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM angetan und traut ihr noch Großes zu. "Es ist alles möglich", sagte der Weltmeister von 1990 und Europameister von 1996 bei einem Besuch des German House of Soccer, einem Fantreff in New York. "Ich bin wirklich guten Mutes, dass wir weit kommen in diesem Turnier." Er sei "happy, dass es so positiv angelaufen ist, dass die Stimmung wirklich angenehm rüberkommt, und drücke alle Daumen".
Ex-Bundestrainer lobt "Spirit" im Team
Das DFB-Team steht schon vor seinem abschließenden Vorrundenspiel gegen Ecuador am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) als Gruppensieger fest. "In dem Moment, in dem man durch die Gruppe durch ist, geht ein neues Turnier los", erklärte Klinsmann. "Dann ist jedes Spiel ein Endspiel." Hier und da brauche die Mannschaft dann sicher auch Glück, vermutlich müsse sie auch mal in ein Elfmeterschießen. Sie könne sich aber auch noch steigern, so Klinsmann.
"Es wird ein langes, langes Turnier", sagte der frühere Nationalstürmer. Umso wichtiger sei es, dass die Spieler so einen "guten Spirit" hätten. Die Mannschaft erwecke den Eindruck, dass sie wirklich Spaß habe. Und, so Klinsmann weiter, sie werde auch von mehr deutschen Fans vor Ort unterstützt als bei den vergangenen Weltmeisterschaften in Russland und Katar. "Das ist klasse."
Undav? "Bin ein Fan vom Deniz"
In der Diskussion, ob Topjoker Deniz Undav in die deutsche Startelf gehört, wollte sich Klinsmann nicht positionieren. Er sei aber "ein Fan der Nummer neun" und ein "Fan vom Deniz", sagte der Ex-Profi. "Wie er jetzt rein kam und seinen Job gemacht hat, ist unglaublich, das ist toll." Das verletzungsbedingte WM-Aus von Verteidiger Nico Schlotterbeck bedauerte Klinsmann. "Das tut weh", meinte er. "Dennoch haben wir so viel Qualität in diesem Kader." Es sei schade. Die Mannschaft werde es aber auch ohne Schlotterbeck packen.
Als Favoriten auf den Titel nannte Klinsmann etwas überraschend Brasilien. Er sei vor allem von Coach Carlo Ancelotti überzeugt, erklärte der frühere Angreifer. Der Italiener sei seiner Meinung nach "einer der drei besten Trainer der Welt". Der bislang letzte WM-Triumph der Seleção liegt 24 Jahre zurück.
Lob für Defensivarbeit der Underdogs
Klinsmann gehört bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko der technischen Studiengruppe des Weltverbands FIFA an, die Analysen der Spiele vornimmt. Bisher erkenne er "einen taktischen Trend", erklärte der 61-Jährige. "Wir haben wieder mehr Schüsse von außerhalb des Strafraums gesehen als in Katar."
Das führe er auch darauf zurück, dass die vermeintlichen Außenseiter besser verteidigen würden als früher. "Man knackt Curaçao nicht so leicht, man knackt Kap Verde nicht so leicht. Man muss wirklich viel Arbeit investieren, um sie, na ja, zu knacken, weil sie beobachten, was die größeren Mannschaften machen." Taktisch gesehen seien sie da mittlerweile "ziemlich auf dem gleichen Niveau".
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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