
Wie sich ein WM-Pokal anfühlt, wissen die Schweizer Nationalspieler - zumindest einer aus Lego. Im kalifornisch-paradiesischen Luxus-Teamquartier in San Diego bauten Granit Xhaka und seine Mannschaftskollegen die begehrteste Trophäe des Weltfußballs aus 2.842 Steinen zusammen.
Neben dem Training war dafür genug Zeit - und nicht nur dafür. Ob Golfspielen, Strandbesuch oder Familienausflug: Langweilig wurde der Nati in der langen Pause zwischen dem letzten Gruppenspiel und dem Sechzehntelfinale offenbar nicht.
Schlagbarer Gegner wartet
Die Laune ist bestens und das kann sie auch sein. Nach Startschwierigkeiten und Diskussionen um deutliche Kritik von Kapitän Xhaka ist das Team von Trainer Murat Yakin dort, wo es sein will.
Im Sechzehntelfinale, das mehr als acht Tage nach dem Gruppen-Abschluss gegen Kanada stattfindet, wartet am Freitag (5.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) mit Algerien kein leichter, aber ein schlagbarer Gegner.
Das Ziel der Schweizer, die "beste WM aller Zeiten" zu spielen, wie es Xhaka vor dem XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada formulierte, scheint nicht unmöglich. Zumindest der Viertelfinaleinzug und damit das beste Abschneiden seit der Heim-WM 1954 ist realistisch. Und das aus mehreren Gründen.
Die sportliche Entwicklung im Turnierverlauf
Die Schweiz hat sich nach einem großen Dämpfer zu WM-Beginn stark gesteigert. Gegen Katar tat sich das Yakin-Team trotz früher Führung sehr schwer und wurde in der Nachspielzeit mit dem Ausgleich geschockt. Xhaka übte anschließend deutliche Disziplin-Kritik. Die Stimmung war angespannt. Mit dem 4:1 gegen Bosnien-Herzegowina und dem 2:1 gegen Co-Gastgeber Kanada befreite sich sein Team jedoch - nicht nur ergebnistechnisch.
Das lag unter anderem auch an Umstellungen von Trainer Yakin. Der 51-Jährige hatte zu Beginn des Turniers noch die zentrale Bedeutung von Erfahrung betont. Junge Spieler müssten sich ihren Startplatz erst erarbeiten. Einer schaffte das während der WM und avancierte zum großen Unterschiedsspieler.
Ein Youngster in Bestform
Johan Manzambi spielte sich beim Sieg gegen Bosnien-Herzegowina als Joker mit einem Doppelpack ins große Rampenlicht und lief im letzten Gruppenspiel gegen Kanada dann von Beginn an auf. Der 20-Jährige glänzte erneut. Manzambi bereitete ein Tor vor und erzielten den zweiten Treffer selbst, war der beste Mann auf dem Platz.
"Er ist sehr kreativ und kann aus Situationen, die wenig aussichtsreich erscheinen, oft doch noch etwas Spezielles kreieren", sagte Abwehrchef Manuel Akanji. "Er hat das nötige Talent und den nötigen Mut dafür. Er sieht Dinge, die andere Spieler nicht sehen. Ich hoffe, dass Johan weiter dran bleibt."
Das hofft Yakin natürlich auch. "Er ist ein Freigeist. Er kann sich positionieren, wo er gut zur Geltung kommt", sagte der Coach über das Ausnahmetalent des SC Freiburg. Das zeigt der Offensivmann gerade besonders gut. Diese Fähigkeiten gepaart mit Manzambis Momentum können zum großen Schweizer Trumpf werden.
Der Turnierbaum
Genau wie die Turnierstruktur. Wie schon in der ersten K.o.-Runde würde die Schweiz auch im Achtelfinale auf keinen der Titelkandidaten treffen. Kolumbien oder Ghana hieße der Gegner. Erst im Viertelfinale droht ein echtes Schwergewicht, das aber auch erst einmal bis dorthin kommen muss. Argentinien wäre dann der wahrscheinlichste Kontrahent. Wie schnell ein Mitfavorit ausscheiden kann, hat man aber beim überraschenden deutschen Aus gegen Paraguay gesehen.
Die anderen möglichen Gegner wären Ägypten, Australien oder - natürlich sehr unwahrscheinlich - die Sensationsfußballer von Kap Verde. Dass es so weit kommt, will ausgerechnet der Nati-Rekordtrainer verhindern.
Besonderes Wiedersehen
Algeriens Coach Vladimir Petkovic war von 2014 bis 2021 für die Auswahl der Schweiz verantwortlich. "Ich kenne sie sehr gut", sagte der 62-Jährige. "Auch wenn es ein paar neue Spieler gibt, einige Spieler haben auch schon unter mir gespielt."
Und das sind gar nicht so wenige. Aus der Startelf beim letzten Spiel von Petkovic als Nati-Coach - dem Viertelfinal-Aus bei der EM 2021 gegen Spanien - sind auch jetzt noch sieben Spieler dabei. Sie wollen diesmal möglichst noch weiter kommen als damals - und dann vielleicht sogar vom echten WM-Pokal träumen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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