
Die erste deutsche Niederlage der WM-Geschichte im Elfmeterschießen warf auch lange nach dem Aus gegen Paraguay noch so einige heiß debattierte Fragen auf. Warum verschoss die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei drei ihrer sechs Versuchen vom Punkt, warum stand Bayern-Verteidiger Jonathan Tah zum ersten Mal in seiner Profikarriere bei einem Elfmeter - und dann noch bei einem so entscheidenden - in der Verantwortung. Wie Nick Woltemade und Kai Havertz scheiterte Tah bei seinem Versuch.
ZDF-Experte Kramer: "Das kostet richtig Mut"
"Gar keinen Vorwurf an jemand, der zum Punkt geht und verschießt. In so einer Situation zum Elfmeter zu gehen, das kostet richtig Mut", sagte ZDF-Experte Christoph Kramer.
Dass der etatmäßige Elfmeterschütze Havertz, der schon beim 7:1 gegen Curaçao vom Punkt getroffen hatte, erster DFB-Schütze war, überraschte nicht. Dass er verschoss, dagegen schon. "Das ist dann 50:50", sagte Havertz, sonst so sicherer Schütze: "Heute nicht." 17 seiner 18 Elfmeter im Profi-Bereich - ohne Elfmeterschießen - waren bei Havertz bislang drin. Seine Quote im Elfmeterschießen ist laut "Kicker" schwächer: Der Arsenal-Profi traf bei sieben Versuchen viermal.
Und Goretzka?
Interpretationsspielraum ließ eine Szene bei der weiteren Reihenfolge nach den ersten fünf Schützen. Als der Mainzer Nadiem Amiri vor dem deutschen Ausgleich zum 3:3 im Elfmeterschießen den Ball küsste und zum Punkt schritt, teilte Joshua Kimmich die weiteren Schützen ein. "Nene, acht?", schlug Kimmich mit Blick auf Nathaniel Brown (23) vor. Er fragte aber auch noch bei Leon Goretzka nach. "Oder Leon, du?", so Kimmich. Aber der langjährige Mitspieler reagierte zunächst zögerlich - worauf ihn der Kapitän als Nummer "neun" einteilte. Waldemar Anton hätte nach dieser Einteilung als Zehnter geschossen.
Kimmich selbst hatte wie Bayern-Kollege Jamal Musiala getroffen. Beide stehen in ihren Profi-Karrieren - bei allerdings nur wenigen Versuchen - ohne Fehlschuss da. Woltemade trat deutlich seltener zu einem Elfmeter an als etwa Havertz, einmal hatte er dabei in der Bundesliga verschossen.
Erinnerungen an Bayerns Champions-League-Finale gegen Chelsea
Als siebter Schütze nach Tah wäre entweder Malick Thiaw angetreten - oder Manuel Neuer, der in seiner Karriere schon mehr Elfmeter geschossen hatte als Tah. Damals ging im Jahr 2012 das Finale dahoam des FC Bayern München gegen den FC Chelsea trotz des Neuer-Treffers verloren. Jahre später berichtete der damalige Trainer Jupp Heynckes, dass sich "zwei sichere Elfmeterschützen" damals "weggeduckt" hätten.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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