
Die Einreiseverweigerung für Ghanas Fußballer Thomas Partey durch Kanada wird zum Fall für die Diplomatie. Wie das ghanaische Außenministerium mitteilte, hat es eine offizielle Protestnote an das kanadische Außenministerium (Global Affairs Canada) gesandt. In dem Schreiben wird zugleich gefordert, "dass Kanada seine unglückliche Entscheidung überprüft".
Partey war von Kanada die Einreise zum ersten Spiel Ghanas bei der Fußball-Weltmeisterschaft am kommenden Donnerstag in Toronto gegen Panama verweigert worden. Wegen Visa-Problemen könne Partey nicht von Ghanas WM-Quartier in Boston in den USA nach Kanada reisen, hatte der Weltverband FIFA der dpa bestätigt.
Hintergrund ist, dass der 33 Jahre alte Mittelfeldspieler des FC Villarreal seit April wegen Missbrauchsvorwürfen in London vor Gericht steht. Die nächste Anhörung ist für den Oktober angesetzt. Ihm wird in der Anklage vorgeworfen, im Dezember 2020 eine Frau in London zweimal vergewaltigt zu haben. Vor dem Southwark Crown Court in London plädierte Partey auf nicht schuldig. Ein Urteil soll nicht vor Mitte 2027 fallen.
Was Ghanas Außenministerium noch schreibt
Gegen die kanadische Entscheidung protestiert nun Ghanas Regierung. Man "äußere starke Bedenken hinsichtlich der willkürlichen und äußerst unfairen Entscheidung Kanadas" gegenüber Partey, "eines ghanaischen Staatsbürgers und Schlüsselspielers der Nationalmannschaft". Es werde davon ausgegangen, dass die Entscheidung auf Basis eines anhängigen Verfahrens in Großbritannien getroffen worden sei, das zu keiner Verurteilung oder einem gerichtlichen Schuldspruch geführt habe.
"Die Regierung von Ghana bekräftigt das fundamentale Rechtsprinzip der Unschuldsvermutung als Eckpfeiler von Gerechtigkeit und ordnungsgemäßen Verfahren in demokratischen Gesellschaften", heißt es in dem Schreiben. Man respektiere zwar Kanadas Recht, für die Einhaltung der Einwanderungsgesetze zu sorgen. Die Berufung auf unbewiesene Anschuldigungen ohne gerichtliche Entscheidung werfe jedoch Fragen der Fairness und Verhältnismäßigkeit auf. "Dementsprechend unternimmt Ghana in diesem Fall aktive diplomatische Anstrengungen mit den kanadischen Behörden."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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