
Das neue Rettungskonzept für den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee hat bisher kein grünes Licht von den Behörden bekommen. Es seien noch immer einige Fragen zu klären, sagte ein Sprecher von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Abend.
Die Tierärztin der privaten Rettungsinitiative, Kirsten Tönnies, hatte zuvor vage von der jüngsten Lagebesprechung mit den Behörden berichtet. Es gebe, soweit sie das mitbekommen habe - außer kleinen Dingen - für das System grünes Licht. "Wenn ich das richtig verstanden habe", setzte sie hinterher.
Idee: Transport in einer Art Riesen-Aquarium
Das Konzept sieht vor, den tonnenschweren Meeressäuger von seinem jetzigen Liegeplatz im flachen Wasser durch eine eigens gegrabene, mehr als 100 Meter lange Rinne zu einem großen, absenkbaren Lastkahn zu bewegen. Durch eine geöffnete Klappe am Heck soll das Tier in den mit Wasser gefüllten Kahn schwimmen oder bugsiert werden. "Notfalls müssen wir diese Hilfsmittel, diese weichen Schlingen, mit dazunehmen, vielleicht kriegen wir's auch so hin", sagte Tönnies. Dann sei der Wal wie in einer Art Aquarium.
Transportgerät trifft verspätet ein
Allerdings werde das Transportgerät später als geplant vor Poel eintreffen, sagte sie. Eigentlich sollte es bereits in einer Werft vorbereitet werden, doch das verzögere sich. Wann das nach ihren Worten etwa 50 Meter lange und 30 Meter breite Wasserfahrzeug ankommen soll, sagte Tönnies nicht.
Ursprünglich sollte der Wal am Sonntag oder Montag aus seiner Lage befreit werden, wie ein Teammitglied im Lauf des Tages gesagt hatte. Ob dieser Zeitplan noch gehalten werden kann, ist offen.
Steigender Wasserstand erwartet
Für die Bucht mit dem gestrandeten Wal wird für Sonntagmittag ein deutlich steigender Wasserstand vorhergesagt. Die Situation werde ähnlich sein wie am Montag, als das Tier von selbst losschwamm, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Kirchdorf auf Poel. "Es kann auch genauso gut sein, dass der Wal sich wieder losmacht."
Um zu verhindern, dass er sich dann noch weiter in das Flachwassergebiet bewegt, sollen hinter ihm große Sandsäcke, sogenannte Big Bags, als Barriere aufgestellt werden. Zwei Lkw-Ladungen wurde am Freitag in den Hafen von Kirchdorf auf Poel geliefert.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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