
Die Polizei hat eine bundesweit agierende Bande festgenommen, die im großen Stil Rezepte gefälscht und die teuren Medikamente teils ins Ausland verkauft haben soll. Der Warenwert aller sichergestellten Arzneimittel und noch nicht eingelöster Rezepte liegt nach derzeitigem Stand im sechsstelligen Bereich, wie das Polizeipräsidium München mitteilte. Mehrere Beteiligte sitzen inzwischen in Untersuchungshaft; ein 15-Jähriger wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.
Festnahme in München bringt Ermittler auf die Spur
Ins Rollen kamen die Ermittlungen im November, als in einer Apotheke in München ein gefälschtes Rezept auffiel. Die herbeigerufene Streife konnte einen 25-Jährigen festnehmen, dem laut Polizei inzwischen weitere Einlösungen nachgewiesen werden konnten. Trotz seiner Festnahme gingen nach wie vor bei Apotheken bundesweit Anrufe zur Vorbestellung besonders teurer Medikamente ein - getätigt aus Berlin.
Die Beamten beschlagnahmten daraufhin bestimmte Postsendungen, die aus dem ganzen Bundesgebiet nach Berlin unterwegs waren. In ihnen fanden sie verschreibungspflichtige teure Medikamente, die aus der Einlösung falscher Rezepte in Baden-Württemberg und Niedersachsen stammten. In der Folge konnte einer der Absender, ein 35-Jähriger mit Wohnsitz in Hessen, festgenommen werden. Er kam in Untersuchungshaft.
15-Jähriger spielt zentrale Rolle
Die Ermittler identifizierten nach eigenen Angaben auch den bundesweit tätigen Anrufer: einen 15-jährigen Schüler aus Berlin. In der Hauptstadt wurde zudem ein 33-Jähriger festgenommen, der in einer Filiale ein Paket abholen wollte, das ein in München festgenommener 25-Jähriger aufgegeben hatte. In den Räumen des 33-Jährigen fanden sich weitere Krebsmedikamente und gefälschte Rezepte; er kam in U-Haft. Zudem vollzog eine Berliner Hundertschaft 13 Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts München und beschlagnahmte weitere Arzneimittel und Diebesgut wie Mobiltelefone.
In Berlin wurde auch noch ein 32-Jähriger verhaftet, der in Hamburg und weiteren Städten in Norddeutschland Medikamente bestellt und abgeholt haben soll. Beim Durchsuchen seiner Wohnung wurde ein 43-Jähriger in flagranti beim Drucken von gefälschten Rezepten erwischt. Er wurde ebenso in ein bayerisches Gefängnis überstellt wie der 32-Jährige sowie ein 28-Jähriger, der mit diesem auf Beschaffungstour gewesen sein soll.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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