
- Blitzeis auf der A9 bei Bayreuth: Neun Unfälle mit 38 Fahrzeugen durch bis zu zwei Zentimeter dicke Eisschicht
- Zehn Verletzte, davon zwei schwer – Autobahn zeitweise in beide Richtungen gesperrt
- Weitere schwere Glatteis-Unfälle in Bayern, darunter ein tödlicher Crash auf der A6 bei Nürnberg
Gefährliche Eisglätte hat in der Nacht zu Dienstag auf der A9 bei Bayreuth für chaotische Zustände gesorgt. Insgesamt neun Unfälle mit 38 beteiligten Fahrzeugen ereigneten sich auf der Autobahn. Die Einsatzkräfte standen vor enormen Herausforderungen: Nach Polizeiangaben hatte sich eine bis zu zwei Zentimeter dicke Eisschicht auf der Fahrbahn gebildet.
Glatteis-Chaos: 2-Zentimeter-Eisschicht auf Autobahn sorgt für Massencrashs
Die Behörden mussten die Strecke in beide Richtungen zeitweise komplett sperren. Bei den Zusammenstößen wurden acht Personen leicht und zwei schwer verletzt. An nahezu allen Unfällen waren Lastkraftwagen beteiligt. Der schwerste Vorfall ereignete sich an der Anschlussstelle Bayreuth Süd, wo mehrere Pkw und Lkw ineinander fuhren. Sechs Menschen erlitten dabei leichte Verletzungen. Vor Beginn des morgendlichen Berufsverkehrs konnte die Autobahn wieder vollständig freigegeben werden.
Weitere Glatteis-Unfälle fordern Todesopfer
Nicht nur bei Bayreuth kam es zu schweren Zusammenstößen. Bei Lichtenfels in Oberfranken ereignete sich am Montagabend eine Massenkarambolage, bei der 20 Fahrzeuge ineinander krachten. 13 Menschen wurden dabei verletzt. Noch dramatischer verlief ein Unfall auf der A6 nahe Nürnberg: Ein Lastwagen geriet auf der glatten Fahrbahn ins Schleudern und kollidierte mit einem Pkw. Das Auto ging in Flammen auf, ein Mensch starb. Auch bei Ingolstadt auf der A9 kam es zu einem schweren Zwischenfall. Ein Sattelzug durchbrach die Mittelleitplanke, der Auflieger kippte um und blockierte mehrere Fahrspuren. Der 69-jährige Fahrer erlitt eine Schädelfraktur und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Glatteisgefahr verlagert sich nach Osten
Während sich die Situation im Westen Deutschlands allmählich entspannt, bleibt die Lage in anderen Landesteilen angespannt. Mildere Luftmassen ziehen von Westen her ins Land und lassen Schnee und Eis langsam tauen. Doch im äußersten Osten und Nordosten warnt der Deutsche Wetterdienst am frühen Dienstagmorgen noch vor erheblicher Glatteisgefahr.
Auslöser der gefährlichen Wetterlage ist Tief Gunda, das zunächst Schnee und anschließend Regen brachte. Bei den eisigen Temperaturen gefror der Niederschlag entweder bereits in der Luft oder auf dem noch gefrorenen Boden. Im Laufe der Nacht ging der Regen im Osten und Nordosten vielfach in gefrierenden Regen über. Der DWD rechnet damit, dass sich die Glätte gegen Vormittag auch in diesen Regionen abschwächt.
Notaufnahmen am Limit
Die Folgen des winterlichen Wetters bekommen auch die Krankenhäuser deutlich zu spüren. "Eis und Schnee haben uns in den vergangenen Tagen auch in den Notaufnahmen extrem belastet", erklärte Gerald Gaß, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, gegenüber der "Rheinischen Post". Besonders viele Fußgänger mussten nach Stürzen behandelt werden. "Wir haben eine große Zahl an Fußgängerunfällen gesehen - überwiegend mit kleineren Verletzungen und Brüchen, aber auch mit schweren Verkehrsunfällen durch glatte Straßen", so Gaß weiter. Bereits der Wintersturm "Elli" hatte in den vergangenen Tagen für zahlreiche Unfälle und entsprechend hohe Patientenzahlen in den Notaufnahmen gesorgt.
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