
Auch an einem außergewöhnlichen Fußball-Abend in Hamburg beschäftigte Niko Kovac das profane Alltagsgeschäft eines Bundesligisten. Eine halbe Stunde vor dem Anpfiff des Erstrunden-Spiels beim Oberligisten Hamburg Eimsbütteler Ballspielclub im Volksparkstadion hatte Borussia Dortmund eine für den BVB-Cheftrainer wichtige Personalie verkündet.
Als Ersatz für den schwer verletzten Neuzugang Giannis Konstantelias verpflichtete der deutsche Vizemeister den 19 Jahre alten Engländer Ethan Nwaneri vom englischen Champion FC Arsenal per Leihe für eine Saison, lautete die für Kovac bedeutsamere Nachricht als der eigentliche 5:0-Erfolg gegen den Fünftligisten.
"Wir haben es schon im letzten Jahr versucht. Das hat nicht geklappt", sagte Kovac über den Transfer des talentierten Offensivspielers. "Nach der traurigen Verletzung von Delias mussten wir reagieren."
"Sehr guten jungen Mann verpflichtet"
Auf der Position habe der Verein jemanden gesucht, der "eins gegen eins spielen kann, der schnell ist, der dribbelstark ist". Kovac ist überzeugt von dem englischen U21-Nationalspieler: "Wir haben einen wirklich sehr guten jungen Mann verpflichtet das Jahr."
Die Dortmunder waren gezwungen zu reagieren, nachdem Konstantelias sich beim 2:0 gegen den Hamburger SV zum Bundesliga-Auftakt am Samstag einen Kreuzbandriss zugezogen hatte und mehrere Monate fehlen wird.
Nwaneri vergrößert Dortmunds U20-Talenteschuppen
Nwaneri - jüngster Premier-League-Debütant mit 15 Jahren, 5 Monaten und 28 Tagen - vergrößert den BVB-Talentschuppen noch einmal. Welche U20-Hochbegabte die Dortmunder im Kader haben, zeigte sich aber auch an dem Pokal-Abend. Zwar ging es gegen Amateurfußballer. Dennoch zeigten der 17-jährige Mathis Albert mit seinen Dribblings und der ein Jahr ältere Samuele Inacio mit seinem Doppelpack, welche Fähigkeiten sie haben.
Im Laufe des Spiels kamen in Kaua Prates (18), Luca Regiani (18) und in dem schon im Bundesliga-Spiel gegen den HSV überragende Konstantinos Karetsas (18) weitere Fußball-Teenies in die Partie.
BVB-Torwart Alexander Meyer: Begegnung mit der Vergangenheit
Für die Dortmunder war der Pokal-Abend in der HSV-Heimstätte sportlich Alltagsgeschäft. In Erinnerung bleibt er trotzdem. Die Atmosphäre im Stadion mit 45.917 Zuschauern - so viele waren noch nie bei einem DFB-Pokal-Spiel mit Beteiligung eines Fünftligisten dabei -, die gemeinsame Ehrenrunde der Spieler nebeneinander und dann das Gruppenfoto mit beiden Mannschaften - ungewohnte Bilder nach einer DFB-Pokal-Partie.
"Das Ergebnis war sekundär. Ich finde, was während des Spiels abgelaufen ist beziehungsweise nach dem Spiel, das hat man in der Form selten gesehen", sagte BVB-Trainer Niko Kovac nach dem 5:0 in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Hamburger Oberligisten. "Deswegen freue ich mich, dass wir heute alle Zeitzeugen geworden sind."
Für einen Dortmunder war das Spiel im Volksparkstadion auch eine Begegnung mit der Vergangenheit. Alexander Meyer durfte das Tor für Stammkeeper Gregor Kobel hüten. "Ich bin froh, dass mir der Trainer und der Torwart-Trainer das Spiel gegeben haben", sagte der 35-Jährige. "Gerade hier in Hamburg."
Er sei sieben Jahre im Nachwuchs des HSV gewesen, berichtete der in der Nähe von Hamburg geborene Meyer. "Ich war Balljunge im Stadion, war mit meinem Vater im Stadion. Daher war das schon etwas Besonderes für mich. Jetzt, nach so langer Zeit, wieder auf dem Platz zu stehen. Ich glaube, für mich gibt es nichts Schöneres."
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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