
- Kreuzfahrtschiff-Passagiere mit Hantavirus infiziert - drei Todesopfer
- WHO bestätigt Infektionen auf Schiff "MV Hondius" im Atlantik
- Was ist das Hantavirus, wie kann man sich schützen und was sind die Symptome?
Für die Passagiere der "MV Hondius" sollte die Kreuzfahrt von Ushuaia (Argentinien) nach Kap Verde ein Ausflug ins Paradies werden, doch die Schiffsreise entpuppte sich als tödliche Gefahr: An Bord des kleinen Kreuzfahrtschiffes im Atlantik sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion mit dem Hantavirus gestorben.
Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff nachgewiesen: Drei infizierte Personen tot
Insgesamt haben sich sechs Personen angesteckt, von denen eine derzeit auf der Intensivstation eines südafrikanischen Krankenhauses behandelt wird. Die WHO bestätigte bislang einen labordiagnostisch nachgewiesenen Fall, bei den übrigen fünf Betroffenen handelt es sich um Verdachtsfälle. Unter den Todesopfern befinden sich zwei niederländische Staatsangehörige, wie das niederländische Außenministerium mitteilte.
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Das Schiff befand sich zuletzt vor der Küste von Kap Verde, genauer vor dem Hafen von Praia. Die verbliebenen Passagiere und Besatzungsmitglieder erhalten laut WHO medizinische Betreuung. Eine umfassende epidemiologische Untersuchung läuft bereits.
Tod auf dem Kreuzfahrtschiff: Niederländisches Ehepaar unter den Hantavirus-Todesopfern
Die Identität der Verstorbenen wird nach und nach bekannt. Laut niederländischem Außenministerium handelt es sich bei zwei der drei Toten um niederländische Staatsbürger. Ein 70-jähriger Passagier entwickelte als Erster Symptome, der Brite verstarb noch an Bord des Schiffes, wie unter anderem die "Bild" berichtet. Sein Leichnam wurde auf die britische Atlantikinsel St. Helena gebracht. Seine 69-jährige Ehefrau erkrankte ebenfalls und wurde nach Südafrika evakuiert, wo sie in einem Krankenhaus in Johannesburg starb. Ein 69-jähriger Brite kämpft derzeit auf der Intensivstation in Johannesburg um sein Leben. Bei ihm wurde das Hantavirus im Labor nachgewiesen. Die fünf weiteren Erkrankungen gelten bislang als Verdachtsfälle, da die Laborergebnisse noch ausstehen.
Expeditionsschiff "MV Hondius" war auf dem Weg von Argentinien nach Kap Verde
Die "MV Hondius" befand sich auf einer Atlantiküberquerung von Ushuaia im Süden Argentiniens nach Kap Verde, als die Krankheitsfälle auftraten. Das Expeditionskreuzfahrtschiff wird von der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions betrieben und ist auf Polarreisen spezialisiert. An Bord haben bis zu 170 Passagiere sowie rund 70 Besatzungsmitglieder Platz. Laut verschiedenen Schiffsverfolgungsportalen lag das Schiff am Sonntag vor dem Hafen von Praia, der Hauptstadt des westafrikanischen Inselstaates Kap Verde. Derzeit wird diskutiert, ob zwei weitere erkrankte Passagiere in einem Krankenhaus auf Kap Verde isoliert werden sollen. Anschließend könnte das Schiff seine Fahrt zu den spanischen Kanarischen Inseln fortsetzen.
Was ist das Hantavirus und wie steckt man sich an?
Hantaviren gehören zu einer weltweit verbreiteten Virusfamilie, die ihren Namen vom koreanischen Fluss Hantan-gang erhielt. Das natürliche Reservoir dieser Erreger sind Nagetiere wie Mäuse und Ratten, die das Virus über Speichel, Urin und Kot ausscheiden, wie "RP Online" informiert.
Menschen infizieren sich hauptsächlich durch den Kontakt mit kontaminierten Materialien oder durch das Einatmen von Aerosolen, die beim Aufwirbeln von verunreinigtem Staub entstehen. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC erfolgt die Ansteckung typischerweise in geschlossenen Räumen mit schlechter Belüftung, etwa beim Reinigen von Hütten oder Schuppen mit Nagerbefall.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach Angaben der WHO zwar möglich, kommt jedoch äußerst selten vor. Der einzige dokumentierte Fall einer solchen Weitergabe betrifft das in Südamerika vorkommende Andes-Virus.
Hantavirus Symptome: Was als Grippe beginnt, kann in Lungenversagen enden
Die Inkubationszeit bei einer Hantavirus-Infektion beträgt laut Robert Koch-Institut zwei bis vier Wochen. Anfangs ähneln die Beschwerden einer schweren Grippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf können sich die Symptome jedoch drastisch verschlechtern. Besonders gefährlich sind die sogenannten "Neuwelt"-Hantaviren, die vor allem in Amerika vorkommen. Sie lösen das Hantavirus-Lungensyndrom aus, bei dem sich die Lungen mit Flüssigkeit füllen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei dieser Variante zwischen 25 und 40 Prozent.
Eine spezifische antivirale Behandlung existiert nicht. Die Therapie konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und intensivmedizinische Maßnahmen zur Unterstützung der Organfunktionen. Frühzeitige ärztliche Abklärung ist daher entscheidend für die Überlebenschancen.
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