
- Jürgen Klopp vor Wechsel auf den Bundestrainer-Posten
- DFB meldet Fortschritte bei den Vertragsgesprächen
- Vertrag offenbar bis zur WM 2030 geplant
- Nur Red Bull könnte den Deal noch bremsen
Die Bundestrainer-Frage ist nach einem Gipfeltreffen der DFB-Spitze mit Wunschkandidat Jürgen Klopp in New York praktisch geklärt. Der 59-Jährige soll die Fußball-Nationalmannschaft nach dem nächsten WM-Flop in Amerika als Nachfolger von Julian Nagelsmann sportlich wieder auf Erfolgskurs bringen.
Mehrstündiges DFB-Treffen mit Jürgen Klopp in New York
"Bei dem konstruktiven Austausch wurde eine Verständigung über wesentliche Eckpunkte einespotenziellenVertrages erzielt", gab der Deutsche Fußball-Bund einen Tag nach dem mehrstündigen Treffen von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke mit Klopp bekannt.
In der Mitteilung des Verbandes ist von "einem ersten, intensiven Gespräch", das "zur möglichen Übernahme des Amtes des Bundestrainers" geführt worden sei, die Rede. Die Gespräche würden in der kommenden Woche fortgesetzt. "Beide Seiten sind zuversichtlich, dass die Verhandlungen - vorbehaltlich einer Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull - letztlich erfolgreich abgeschlossen werden können."
Jürgen Klopp neuer Fußball-Bundestrainer: Vertrag wohl bis 2030
Ein möglicher Vertrag muss final in einer gemeinsamen Sitzung von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der DFB GmbH und Co. KG beschlossen werden. Über die Vertragslaufzeit wurde noch nichts mitgeteilt. Im Gespräch ist, dass Klopp nicht nur einen Kontrakt bis zur nächsten EM 2028, sondern gleich bis zur nächsten WM-Endrunde 2030 erhält. An den Gesprächen in New York war auch Klopps langjähriger Berater Marc Kosicke beteiligt.
Klopp war von Anfang an der Top-Kandidat auf den vakanten Cheftrainer-Posten nach dem frühen WM-Aus der DFB-Auswahl im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Elfmeterschießen. Nagelsmann hatte als Bundestrainer danach keine Lobby mehr im Verband und auch bei den Fans.
Nagelsmanns Rücktritt nach WM-Aus in den USA
Er entschloss sich nach wenigen Tagen Bedenkzeit zum Rücktritt. Der 38-Jährige war mit dem Ziel angetreten, bei dem XXL-Turnier mit erstmals 48 Nationalteams in Kanada, Mexiko und den USA Weltmeister werden zu wollen.
Zeitgleich mit dem Nagelsmann-Rückzug hatte der Verband verkündet, dass er "hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens (....) nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen" werde. Dieser hatte schon da "seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert", wie der DFB mitteilte.
Klopp ist seit Januar 2025 als "Head of Global Soccer" für Red Bull tätig. Der noch bis 2029 laufende Vertrag mit dem Getränkekonzern muss noch aufgelöst werden. Bei der laufenden Weltmeisterschaft ist er in den USA als TV-Experte für MagentaTV im Einsatz. Der Job des Nationaltrainers ist neu für Klopp. Aber der gebürtige Stuttgarter war über viele Jahre einer der besten Vereinstrainer in Europa.
Große Erfolge als Vereinscoach
Er führte den FSV Mainz 05 in die Bundesliga (2004). Mit Borussia Dortmund wurde er zweimal deutscher Meister (2011, 2012) und DFB-Pokalsieger (2012). Er kratzte in dieser Zeit mit dem BVB an der nationalen Vormachtstellung des FC Bayern München.
2015 wechselte er nach England und übernahm den FC Liverpool. Auch die Reds leitete er als Chefcoach zum Meistertitel (2020) und Pokalsieg (2022). Der größte Triumph gelang ihm 2019 mit dem Gewinn der Champions League, dem sportlich bedeutendsten Titel im Club-Fußball.
Nach neun Jahren in der Premier-League-Mühle ging Klopp die Energie aus, wie er bei seinem Abschied aus Liverpool erklärte. Das Energie-Thema räumte der 59-Jährige freilich gleich bei der Bekundung seines Interesses am DFB-Job ab: "Ich bin mehr als aufgetankt, ich bin bereit", sagte Klopp.
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