
- Deepfake-Betrug mit Markus Lanz bringt Frau um mehr als eine Million Euro
- Geschädigte überwies hohe Summen an vermeintliche Broker
- Polizei ermittelt in dem KI-Betrugsfall
Eine Frau aus Lichtenberg in Sachsen ist Opfer eines raffinierten Deepfake-Betrugs geworden. Um das mit Künstlicher Intelligenz erstellte Video glaubwürdig zu gestalten, manipulierten Cyberkriminelle den Clip mit Aufnahmen aus dem ZDF-Talk "Markus Lanz". Die Geschädigte verlor innerhalb von etwa drei Monaten mehr als eine Million Euro an Kriminelle.
Deepfake-Betrug mit Markus Lanz
Die Frau aus Lichtenberg hatte das manipulierte Video im Internet entdeckt. In dem Fake-Video sprach eine vermeintliche Finanzexpertin über angeblich lukrative Geldanlagen. Der seriös wirkende Rahmen der Sendung sollte Vertrauen erwecken. Eingeblendet wurde ein Link zur Plattform "Investhub 3.0", über die das Opfer zu vermeintlichen Investments in Gold, Öl und Kryptowährungen verleitet wurde. Die Frau meldete sich an. "Sie wurde unmittelbar danach zunächst von einer Frau und anschließend von einem angeblichen Broker angerufen", zitiert die "Bild" Polizeisprecher Andrzej Rydzik.
Kriminelle bringen Frau um hohe Summen
Der vermeintliche Finanzberater überzeugte sein Opfer von angeblich profitablen Anlagemöglichkeiten. Die erste Überweisung belief sich auf knapp 250 Euro. Im Laufe der nächsten Monate überwies sie weitere Summen. Die Betrüger hielten den Kontakt zur Geschädigten."Durch den persönlichen Austausch gelang es den Betrügern, die Frau über Monate hinweg bei der Stange zu halten", so Polizeisprecher Rydzik. Es ging so weit, das einzelne Überweisungen sogar mehr als 460.000 Euro betrugen. Irgendwann wurde die Frau aber misstrauisch, weil die Anrufe ausblieben.
Die Frau erstattete am 4. Juli Anzeige bei der Polizei in Chemnitz und die Ermittlungen liefen an. "Die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang. Die angegebene Homepage wird geprüft", teilte Polizeisprecher Rydzik gegenüber "Bild" mit. Die Beamten wollen klären, wer hinter der Plattform steckt und ob die Betreiber selbst in den Betrug verwickelt sind. Die Polizisten untersuchen dabei auch, ob es noch weitere Opfer gibt.
KI-Betrug mit Promis auf dem Vormarsch
Derartige Betrugsmaschen mit KI-manipulierten Prominenten-Videos nehmen zu. Zuletzt missbrauchten Kriminelle etwa die Identität von "Schraubenkönig" Reinhold Würth für ähnliche Zwecke, berichtete der SWR. Derartige Clips werden aber auch für digitale Gewalt benutzt. Für Kriminelle ist die KI ein wesentliches Werkzeug für ihre Straftaten geworden. Deshalb sollte jeder aufpassen.
So schützen sich Verbraucher vor dem KI-Betrug
Derartige Videos sehen mittlerweile täuschend echt aus. Verbraucher können sich aber vor Deepfake-Betrug schützen. Vermeintlich lukrative Versprechen sollten ein erstes Warnsignal sein. Verbraucherschützer raten dazu, auf folgende Dinge zu achten:
- Fehlendes Impressum, ausländische Domains und Rechtschreibfehler
- Links zu seriösen Quellen fehlen
- Die Stimme der gezeigten Person klingt anders
- Mimik und Gestik passen nicht zum Gesagten
Weitere News rund um das Thema Betrug und Deepfakes auf einen Blick:
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