
Rund 300 enttäuschte Kunden und Angehörige haben nach dem spektakulären Millionen-Einbruch in eine Gelsenkirchener Sparkasse in der Innenstadt demonstriert und Schadenersatz für ihre Verluste verlangt. "Wir haben viel Geld verloren. Der Umgang mit uns ist respektlos", sagte der Organisator Sonar Sari.
Die Demonstranten zogen durch die Innenstadt des Ortsteils Gelsenkirchen Buer. Die abschließende Kundgebung ist direkt vor der Sparkasse geplant. Polizeikräfte seien vor Ort, aber alles verlaufe friedlich, sagte ein Sprecher.
Sari, seine Schwester Neslihan Oruc und seine Eltern hätten jeweils Schließfächer in der Sparkasse gehabt, sagte Sari. Der Vater, Sadettin Sari, habe 40 Jahre unter Tage gearbeitet – zuletzt auf der Zeche Prosper in Bottrop. Jetzt sei ein Großteil der Ersparnisse weg. Sie hätten rund drei Kilogramm Gold im Familienschließfach gehabt, sagte die Mutter der Familie, Nezahat Sari – unter anderem Goldgeschenke von ihrer Hochzeit.
Rücktritt des Sparkassenchefs gefordert
"Die Sparkasse ist nicht das Opfer, Opfer sind 3000 ehrliche Bürger", stand auf einem Protestplakat. "Unser Erspartes - einfach weg", stand auf einem anderen. "Wenn Vertrauen verloren geht, muss Verantwortung übernommen werden. Deshalb fordern wir den Rücktritt von Michael Klotz", sagte ein Demonstrant per Lautsprecher. Klotz ist der Chef der Gelsenkirchener Sparkasse.
Zur Demo die Hymne des Ruhrgebiets – das Steigerlied
Die Demonstranten hatten eine Musikbox mitgebracht und spielten immer wieder das Steigerlied – die Hymne des Ruhrgebiets. "Wir sind ehrliche Leute, keine Kriminellen", sagte die Geschädigte Oruc.
Bei dem Einbruch Ende 2025 waren Unbekannte mit Hilfe eines großen Kernbohrers in den Tresorraum vorgedrungen und hatten über 3.000 Schließfächer aufgebrochen und leer geräumt. Der Schaden liegt im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich. Die Schließfächer sind standardmäßig mit maximal 10.300 Euro pro Fach versichert. Nach eigenen Angaben hatten viele Kunden deutlich mehr eingelagert.
Drei Kunden haben bereits Klage gegen die Sparkasse erhoben und fordern den vollen Schadenersatz für ihren Schließfachinhalt – bei den drei Klagen zusammen mehr als eine halbe Million Euro. Sie werfen der Sparkasse mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen am Tresorraum vor. Die ersten Klagen sollen in gut vier Wochen vor dem Landgericht Essen verhandelt werden.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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