
Im Berufungsprozess um Hitlergruß-Vorwürfe und Drogenbesitz gegen die Schlagersängerin Melanie Müller hat die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe gefordert. Die Angeklagte habe sich vom Publikum zu der Geste hinreißen lassen, sagte Staatsanwalt Christian Kuka im Landgericht Leipzig. Seiner Überzeugung nach hatte die 37-Jährige bei einem Konzert auf der Bühne im September 2022 mehrfach den Hitlergruß gezeigt. Anhaltspunkte auf eine rechtsradikale Gesinnung bei Müller gebe es aber nicht, sagte er.
Bei Wohnungsdurchsuchung Kokain entdeckt
Der Staatsanwaltschaft forderte wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie wegen Drogenbesitzes eine Gesamtstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen à 80 Euro - insgesamt 7.200 Euro. Ermittler hatten im August 2023 bei einer Durchsuchung von Müllers Wohnung 0,69 Gramm eines Kokaingemischs und eine Ecstasy-Tablette entdeckt.
Verteidigung: Geste war kein Hitlergruß, sondern Anfeuerung
Die Verteidigung plädierte dagegen für einen Freispruch. Seine Mandantin habe keine rechte Gesinnung und die Geste sei zum Anfeuern des Publikums gedacht gewesen, wie sie sie schon bei vielen Konzerten gemacht habe. Die gefundenen Drogen hätten zudem einer Freundin gehört, die sie bei einem Besuch bei Müller zurückgelassen habe. Das Urteil soll noch am Montag gegen 14.00 Uhr verkündet werden.
Konkret geht es um ein Konzert in der Nacht vom 17. auf den 18. September 2022 in Leipzig. Dort soll die frühere RTL-Dschungelkönigin den Hitlergruß gezeigt haben. Zudem soll sie einen anderen Mann ermuntert haben, den Gruß ebenfalls zu zeigen, und weitere Anwesende ermuntert haben, ihr mit "Heil-Rufen" zu antworten.
Amtsgericht hatte Müller zu hoher Geldstrafe verurteilt
Das Amtsgericht Leipzig hatte Müller im August 2024 wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie wegen Drogenbesitzes zu einer Gesamtgeldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 500 Euro, insgesamt also 80.000 Euro, verurteilt. Dagegen hatte Müller Berufung eingelegt.
Müller wurde im sächsischen Oschatz geboren. 2014 gewann sie die achte Staffel von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" und war danach noch in zahlreichen TV-Formaten zu sehen. Als Schlagersängerin tritt sie unter anderem auf Mallorca auf.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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