
- Lisa Buckwitz nutzt OnlyFans, zeigt sich im Sportoutfit oder Bikini
- Plattform bekannt für freizügige Inhalte, wirtschaftlicher Erfolg ungleich verteilt
- Diskussion über Vorbildrolle, Selbstbestimmung und Druck im Spitzensport
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Lisa-Marie Buckwitz ist Olympiasiegerin, Weltmeisterin und eine der bekanntesten deutschen Bobfahrerinnen. Eigentlich eine Geschichte über Disziplin, Kraft und jahrelanges Training. Doch inzwischen wird über die 31-Jährige weniger wegen ihrer sportlichen Erfolge gesprochen als wegen der Plattform, über die sie Teile ihrer Karriere finanziert: OnlyFans.
Leistungssport kostet! Aber rechtfertigt das wirklich jeden Weg?
Dass Spitzensport teuer ist, steht außer Zweifel. Trainingslager, Material, Reisen und Teamkosten summieren sich schnell zu Beträgen, die selbst Medaillengewinnerinnen kaum stemmen können. Dass Athletinnen nach zusätzlichen Einnahmequellen suchen, ist also nachvollziehbar. Die Frage ist nur, warum es ausgerechnet OnlyFans sein muss.
"Kein freizügiger Content" und doch Körper als Kapital
Buckwitz betont "Bild" zufolge, sie zeige sich nicht entkleidet. Stattdessen postet sie Inhalte im Trainingsoutfit, im Bikini oder im Bobanzug. Formal korrekt. Doch genau hier beginnt die Diskussion. Auch das bewusste Präsentieren des Körpers ist Teil des Geschäftsmodells und funktioniert nur, weil es Erwartungen bedient. Dass dieser Content ankommt, weiß Buckwitz selbst. Und sie nutzt das.
OnlyFans ist kein neutraler Ort
So sehr Creatorinnen betonen, dass ihre Inhalte individuell und selbstbestimmt seien, OnlyFans ist aber vor allem für sexualisierte Inhalte bekannt. Der wirtschaftliche Erfolg auf der Plattform ist extrem ungleich verteilt. Ein sehr kleiner Teil verdient verdient laut einer Statistik von "wifitalents" gut, viele verdienen kaum etwas. Für zahlreiche junge Frauen endet der Versuch, "nur ein bisschen Content" zu machen, in einer schleichenden Grenzverschiebung.
Vorbildrolle kommt nicht freiwillig – sie ist einfach da
Lisa Buckwitz ist nicht irgendeine Creatorin. Sie ist Olympiasiegerin, Sportlerin des öffentlichen Interesses und damit automatisch Vorbild, ob sie will oder nicht. Wenn sie sagt, OnlyFans sei für sie ein normaler Sponsor, klingt das pragmatisch. Doch für viele junge Frauen kann diese Aussage wie eine Einladung wirken, es ihr gleichzutun, aber ohne ihren Namen, ihre Reichweite oder ihre Alternativen zu haben. Denn seien wir mal ehrlich, sie hätte Alternativen.
Haben wir Frauen dafür jahrzehntelang gekämpft?
Über Jahrzehnte hinweg haben Frauen darum gerungen, nicht auf ihren Körper reduziert zu werden. Heute scheint sich der Diskurs gedreht zu haben: Objektifizierung wird als Selbstbestimmung verkauft. Kritische Fragen gelten schnell als rückständig. Doch ist es wirklich Fortschritt, wenn Körper erneut zur Ware werden, nur eben diesmal freiwillig?
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Die andere Seite der Gleichung: Ohne Nachfrage kein Geschäftsmodell
Die Verantwortung liegt jedoch nicht allein bei den Frauen. Die eigentliche Frage lautet auch: Wer bezahlt dafür? Psychologisch betrachtet geht es oft um Nähe, Projektion und Einsamkeit. Der Konsum ist personalisiert, emotional aufgeladen und damit wirksamer als kostenlose Inhalte im Netz. Genau das macht die Plattform so erfolgreich und so problematisch. Der YouTuber Jonas Ems hat zu genau diesem Thema ein Video gemacht, das sich tiefer mit der Kernfrage beschäftigt.
Erinnerung an eine alte Kampagne: "Echte Männer kaufen keine Mädchen"
Die internationale Kampagne "Echte Männer kaufen keine Mädchen", unterstützt von Prominenten wie Ashton Kutcher oder Bradley Cooper, erinnert daran, dass Ausbeutung viele Gesichter hat. Menschenhandel beginnt nicht erst an Landesgrenzen. Plattformen wie OnlyFans können für manche ein Einstieg in problematische Abhängigkeiten sein und das ökonomisch wie psychologisch.
Lisa Buckwitz zwischen Realität und Verantwortung
Lisa Buckwitz nutzt OnlyFans, um ihren Sport zu finanzieren. Das ist ihre Entscheidung. Kritisch wird es dort, wo diese Entscheidung verallgemeinert, romantisiert oder als unkomplizierte Lösung dargestellt wird. Leistungssport braucht bessere Strukturen.Bis dahin bleiben die unbequemen Fragen aber auch fernab des Sports: Warum müssen Frauen ihren Körper einsetzen, um Träume oder ihr Leben zu finanzieren? Gibt es wirklich keinen anderen Weg? Geht es nur ums schnelle Geld? Denn seien wir mal ehrlich: Ausziehen kann sich jede*r. Es ist weder anstrengend noch eine Kunst.
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