
Sommer, Sonne, Badewetter - doch gelegentlich endet der Sprung ins kühle Nass tödlich. Nach einem deutlichen Anstieg der Zahl tödlicher Badeunfälle in Bayern werben das Innenministerium, die Wasserwacht und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG gemeinsam für mehr Vorsicht an Seen und Flüssen.
Im vergangenen Jahr kamen im Freistaat 84 Menschen durch Ertrinken ums Leben, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mitteilte. Im Jahr davor waren es noch 70 Todesopfer.
Herrmann: Thema ernst nehmen
"Das ist ein spürbarer Anstieg und zeigt deutlich: Wir müssen dieses Thema ernst nehmen und dafür sensibilisieren", sagte Herrmann zum Start der Social-Media-Kampagne unter dem Motto "Sicherheit am und im Wasser".
Mit Videos, Grafiken und Sicherheitstipps klären Wasserwacht, DLRG und Innenministerium insbesondere in sozialen Medien über Gefahren am und im Wasser auf. Die Kampagne solle vermitteln, wie sich Badegäste schützen und in Notfällen richtig verhalten können.
Die meisten tödlichen Unglücke ereigneten sich an Seen und Flüssen. Gerade freie Gewässer würden häufig unterschätzt, betonte Herrmann. Anders als in Schwimmbädern gebe es dort keine gleichmäßige Tiefe, keine klare Sicht und nicht immer eine Aufsicht. Die Gefahr betreffe alle Altersgruppen – von Kindern bis zu Senioren.
Tipps für sicheres Baden
Die Kampagne gibt nun Tipps und warnt: Häufige Ursachen für Badeunfälle seien fehlende Schwimmkenntnisse, Selbstüberschätzung, Alkohol- oder Drogenkonsum, Kreislaufprobleme durch den Sprung ins kalte Wasser sowie gefährliche Strömungen in Seen und Flüssen.
Die Rettungskräfte raten daher: Nur gesund und fit ins Wasser gehen, Kinder stets beaufsichtigen und Warnhinweise beachten. Vor dem Baden sollte sich der Körper langsam an die Wassertemperatur gewöhnen. Nichtschwimmer sollten höchstens bis zur Körpermitte ins Wasser gehen. Aufblasbare Schwimmhilfen bieten keinen vollständigen Schutz und sollten nur als Unterstützung genutzt werden. Bei Fahrten mit Boot, Kanu oder SUP empfehlen die Experten eine Rettungsweste. Zudem gilt: Bei Gewitter sofort das Wasser verlassen.
Vorsicht geboten auch für Retter
Herrmann appellierte zudem an Helfer, den Eigenschutz nicht zu vernachlässigen. Wer einen Notfall beobachte, solle Hilfe holen, den Notruf verständigen und - sofern vorhanden - Rettungsmittel wie Rettungsreifen einsetzen. Niemandem sei geholfen, wenn aus einem Notfall zwei würden.
Zugleich verwies der Minister auf die Bedeutung von Wasserwacht und DLRG. Sie seien aus dem Hilfeleistungssystem, in dem sich viele Helferinnen und Helfer vor allem ehrenamtlich engagierten, nicht mehr wegzudenken. Für Ausrüstung und Technik der beiden Organisationen – darunter Rettungsboote, Einsatzfahrzeuge und Digitalfunkgeräte – habe der Freistaat in den vergangenen beiden Jahren mehr als 13,5 Millionen Euro bereitgestellt. Für 2026 seien weitere knapp sechs Millionen Euro vorgesehen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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