
Gut drei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele ist in Italien ein Zoff um den Fackellauf entbrannt. Einige ehemalige Topsportler, darunter auch Olympiasieger, kritisieren die Organisatoren, dass sie nicht als Fackelträger ausgewählt wurde. Die "Gazzetta dello Sport" als größte Sportzeitung des Landes schreibt von einer "Blamage" für die Ausrichter der Winterspiele in Mailand und Cortina. Inzwischen schalteten sich sogar Spitzenpolitiker in Italien ein und forderten, die Situation zu klären.
Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini und Sportminister Andrea Abodi luden die Olympia-Organisatoren prompt zu einer Videokonferenz ein. Darin wollten sie "Klarheit erlangen über Entscheidungen, die uns zutiefst ratlos zurücklassen", wie es in einer gemeinsamen Erklärung hieß. Nach ebenjenem Call teilten beide dann mit, dass sie erwarten, dass alle "repräsentativsten Athleten" eingeladen werden und dass sie dafür entsprechende Zusicherungen erhalten hätten.
Fauner gelingt historischer Sieg in Lillehammer
Der frühere Langläufer und Olympiasieger von 1994, Silvio Fauner, hatte in der "Gazzetta" erzählt, dass er und andere Ex-Sportler nicht eingeladen worden seien, die Flamme zu tragen: "Uns Champions wird kein Respekt entgegengebracht, ich halte das für ein ungeheures Vergehen." Er spreche für mindestens 15 Athletinnen und Athleten, die Dutzende Olympia-Medaillen gewonnen hätten, aber dennoch weder als Fackelträger noch in anderer Funktion involviert seien.
Fauner hatte 1994 für einen der größten Momente der italienischen Sporthistorie gesorgt: In Lillehammer schlug er als Staffel-Schlussläufer den norwegischen Superstar Björn Dählie im Schlussspurt und holte Gold.
OK: Fauner scheidet wegen Politiker-Tätigkeit aus
Das Organisationskomitee von Mailand und Cortina teilte mit, dass Fauner deswegen nicht als Fackelträger ausgewählt worden sei, weil er aktuell in der Politik aktiv ist und dies ein Ausschlusskriterium sei. "Ich bin Vize-Bürgermeister einer Bürgerliste in einem Dorf mit 1300 Einwohnern", erwiderte der 57-Jährige. "Das hat doch nichts mit nationaler Politik oder Institutionen zu tun." Die anderen Sportler, die ebenfalls missachtet wurde, seien keine Politiker.
Auch Piero Gros, Slalom-Olympiasieger 1976 in Innsbruck, ist enttäuscht. Er berichtet, dass er eine Textnachricht bekommen habe mit einem vagen Hinweis auf den Fackellauf. Auf weitere Fragen seinerseits sei ihm dann nicht mehr geantwortet worden. "Ich wurde komplett ignoriert", sagte der 71-Jährige.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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