
Weil sie ihren krebskranken Ehemann getötet hat, ist eine 79-Jährige vom Landgericht Ellwangen zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die Kammer sprach die Seniorin des heimtückischen Mordes schuldig. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Deutsche mit einem Küchenmesser mehr als 40 Mal auf den 84-Jährigen eingestochen hat. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der Anklage nach verletzte die Seniorin ihren Ehemann unter anderem an Kopf, Schulter, Armen, Händen und am Oberschenkel. Der Angriff spielte sich ab, während der Mann unter Medikamenteneinfluss schlief. Er ist laut Staatsanwaltschaft aufgrund von zwei Stichen in den Hals verblutet. Danach versuchte die Seniorin, sich selbst zu töten.
Ehepaar war 55 Jahre verheiratet
Nach Auffassung des Gerichts war die Seniorin zum Tatzeitpunkt vermindert schuldfähig, weil sie unter einer Depression litt. Daher sei keine lebenslange Haftstrafe in Betracht gekommen. An der Tatsache, dass es sich um einen geplanten Mord gehandelt habe, ändere dies nichts, sagte der Vorsitzende Richter. Und angesichts der Zahl der Messerstiche könne man auch von einer gewissen Brutalität sprechen. Es sei ein sehr außergewöhnlicher Fall, der selten sei.
Die beiden waren 55 Jahre lang verheiratet. Die Ehe sei ohne Gewalt und Hass verlaufen, sagte die Seniorin laut ihres Verteidigers vor Gericht. Ihr Mann habe immer versucht, es ihr recht zu machen. Er sei ein sehr gutmütiger Mensch gewesen. Das Urteil nahm sie unter Tränen entgegen. Ihre Familie habe sich nach der Tat von ihr abgewandt.
Die Rentnerin habe befürchtet, dass sie zusammen mit dem schwer kranken Ehemann in einem Heim untergebracht wird, weil sie mit der Pflege des Seniors überfordert war, so die Staatsanwaltschaft. Der 84-Jährige hatte kurz zuvor zwei Schlaganfälle erlitten. Nach Angaben seiner Familie war er noch lebensfroh, aktiv und wollte 90 Jahre alt werden.
Angehörige entdeckten die beiden
Angehörige fanden die beiden Senioren im gemeinsamen Einfamilienhaus in Ellwangen. Die Angeklagte wurde schwer verletzt geborgen und im Koma mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Für den 84-jährigen Ehemann kam die Hilfe zu spät.
Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung stellte die Strafhöhe in das Ermessen des Gerichts.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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