
Menschenrechtsorganisationen haben die Informationslage rund um die Sturzflut-Katastrophe in Chinas autonomer Region Tibet kritisiert. Die Organisation Human Rights Watch (HRW) verwies auf Berichte, wonach Journalisten in China der Zutritt zum Katastrophengebiet sowie Interviews mit den betroffenen Familien untersagt worden seien.
Ausländische Journalisten benötigen für eine Einreise nach Tibet schon seit Jahren eine Sondergenehmigung. Aus Nepal berichten seit der Flutkatastrophe am vergangenen Mittwoch auch zahlreiche ausländische Medienvertreter - aus dem Südwesten Tibets dagegen bislang nur staatliche Medien. Immer wieder machen Menschenrechtsorganisationen darauf aufmerksam, dass Peking dort die Meinungsfreiheit beschneidet und eine kulturelle Assimilierung vorantreibt.
"Informationsblockade der chinesischen Führung"
Die stellvertretende Asienleiterin von HRW, Maya Wang, verwies auf das chinesische Vorgehen bei früheren Naturkatastrophen. "Die Choreographie ist bekannt: Informationen zurückhalten, die Erzählung steuern und die Entschlossenheit sowie die Rettungsbemühungen der Führung loben", kritisierte sie.
Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker kritisierte eine "anhaltende Informationsblockade der chinesischen Führung". Videos vom zerstörten Grenzübergang Gyirong und dem Ausmaß der Zerstörung auf tibetischer Seite seien binnen weniger Stunden von chinesischen Online-Plattformen verschwunden, teilte die Menschenrechtsorganisation mit.
Die Führung in Peking hatte sich am Montag gegen den Vorwurf der Zensur gewehrt. China habe Informationen offen, transparent und zeitnah veröffentlicht, sagte Außenamtssprecher Guo Jiakun. Verleumdungen und Falschinformationen seien in Zeiten der Katastrophenhilfe unerwünscht.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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