
Schrille Pfiffe, wüste Gesten, eingerollte Fahnen: Das Fan-Urteil fiel niederschmetternd aus, als die Frankfurter Fußballprofis nach dem 1:3 (1:0) gegen die TSG Hoffenheim mit gesenkten Häuptern vor ihre Heimkurve trotteten. Nach dem fünften sieglosen Pflichtspiel in Serie mit erneut drei Gegentoren war die Atmosphäre so eisig wie die Stadionluft. Und ein neuer Trainer, der die schlimmer werdende Krise endlich beenden soll, ist immer noch nicht gefunden.
"Ich kann natürlich die Unzufriedenheit verstehen", sagte der mächtige Sportvorstand Markus Krösche mit leiser Stimme und ernster Miene. "Ich glaube, dass wir in den letzten Wochen wenig dafür beigetragen haben, dass wir hier irgendwie Freude entfachen. Das muss man ehrlicherweise sagen."
Kapitän Koch: "Man kann jeden Fan verstehen"
Fünf Punkte liegen die Frankfurter in der Bundesliga-Tabelle inzwischen hinter den Rängen, die fürs internationale Geschäft berechtigen, gar neun sind es auf Konkurrent Hoffenheim. Das passt nicht zum Selbstverständnis der ambitionierten Hessen. "Man kann jeden Fan verstehen, dass er unzufrieden ist. Ich war unzufrieden, wir sind genauso unzufrieden", sagte Kapitän Robin Koch.
Verpufft ist der Effekt, den sich Krösche erhoffte, als er Dino Toppmöller nach dem 3:3 in Bremen von seinen Aufgaben als Cheftrainer entband. Dem Interimsduo Dennis Schmitt und Alex Meier misslang nach dem 2:3 in der Champions League beim aserbaidschanischen Club Karabach Agdam nun auch die Bundesliga-Premiere an der Seitenlinie.
Schmitt: "Wir sind in alte Muster gefallen"
13 starke Minuten hatten den Gästen gereicht, um die Partie durch Treffer von Max Moerstedt (52. Minute), Ozan Kabak (60.) und Aurèle Amenda (65./Eigentor) zu drehen. Das erste Heimtor von Frankfurts Neuzugang Arnaud Kalimuendo (18.), der wegen muskulärer Probleme vorzeitig vom Platz musste, blieb eine Randnotiz. "Wir sind in alte Muster gefallen nach dem 1:1, wir wurden instabil", stellte Schmitt fest.
Wieder einmal rückte die anfällige Defensive um den beim Ausgleich patzenden Torwart Kaua Santos in den Fokus. "Natürlich ist es frustrierend. Für uns auch hinten, dass wir immer wieder die gleichen Fehler machen", sagte der ebenfalls wackelige Koch. Krösche stellte fest, "dass mit dem Gegentor dann sofort wieder so ein Film abläuft und wir passiv werden und wieder in diese Passivität zurückfallen, die uns die letzten Wochen dann auch ereilt hat".
Mindestens noch einmal mit Schmitt und Meier
In der Trainerfrage liegt es derweil an Krösche selbst, aktiv zu werden. Am Samstagabend gab es von ihm dazu wenig Neues. "Wir wollen den Richtigen auswählen, und wenn es so weit ist, werden wir es verkünden." Mindestens das Champions-League-Abschiedsspiel an diesem Mittwoch gegen Tottenham werden Schmitt und Vereinsikone Meier noch bekommen, teilte er zudem mit.
In der Liga geht es für die Eintracht mit dem eminent wichtigen Heimspiel gegen Leverkusen weiter, dann womöglich mit Marco Rose auf der Trainerbank. Der Ex-Leipziger soll Berichten zufolge ein heißer Kandidat sein, aber nicht der einzige. Der Neue muss in jedem Fall für eine stabilere Abwehr sorgen, und wieder für bessere Stimmung. "Wir müssen schnellstmöglich gucken, dass wir die Fans wieder hinter uns bekommen", forderte Koch.
Krösche bemühte Durchhalteparolen: "Wir müssen jetzt gemeinsam da durch. Das ist eine schwierige Fahrt. Vielleicht in den letzten vier Jahren oder viereinhalb Jahren mit die schwierigste Phase." Sein Krisenrezept: "Wir müssen besser Fußball spielen, wir müssen besser verteidigen und wir müssen die Spiele gewinnen. Das ist erst mal das Wichtigste." Derzeit aber auch das Schwierigste für die Frankfurter.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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