
Es waren die Kleinigkeiten, die den deutschen Volleyballerinnen für eine EM-Sensation fehlten. "Absolut starke Teamleistung. Ich denke, wir haben guten Volleyball gezeigt. Wir haben die Türken sehr gut unter Druck gesetzt", sagte Kapitänin Camilla Weitzel nach dem Viertelfinal-Aus gegen die Titelverteidigerinnen. "Wir haben aber auch gesehen, dass sie in den entscheidenden Momenten dann doch noch das Quäntchen besser sind."
Die Türkinnen waren der große Favorit, hatten dazu die Kulisse von mehr als 16.000 Fans im Sinan Erdem Dome von Istanbul im Rücken. Und doch lieferte das deutsche Team einen harten Kampf und gab sich nie auf. Nicht nach dem ersten Satz, in dem Superstar Melissa Vargas übermächtig erschien. Nicht im vierten Durchgang, als die Türkinnen schon komfortabel vorn lagen und dann noch mal etwas zittern mussten. Am Ende stand es 1:3 (18:25, 25:22, 18:25, 22:25).
"Ein, zwei Bälle, die uns fehlen"
"Natürlich ist es sehr enttäuschend, weil wir gesehen haben, dass da was drin ist und dass wir nah dran waren", sagte Außenangreiferin und Co-Kapitänin Lina Alsmeier. "Der Unterschied ist wirklich nicht groß. Letztendlich sind es immer in jedem Satz gefühlt ein, zwei Bälle, die uns fehlen."
Die deutschen Frauen haben nun ihre sieben letzten Viertelfinals bei internationalen Turnieren verloren. Trotzdem darf diese EM als kleiner Erfolg gelten. Erstmals seit 2019 schaffte es das Team wieder in die Runde der besten Acht. "Das ist auf jeden Fall was, worauf wir stolz sein können. Das Halbfinale war jetzt zum Greifen nah und deswegen überwiegt natürlich im Moment die Enttäuschung", erklärte Weitzel.
Alsmeier, die am Donnerstag erfolgreichste deutsche Angreiferin mit 13 Zählern war, sah ebenfalls Grund für Optimismus. "Nichtsdestotrotz können wir auch vieles Positives mitnehmen aus dem Turnier", sagte die 26-Jährige. "Ein ganz großer positiver Punkt ist, dass wir jedes Mal, wenn wir ein kurzes Down hatten im Satz und ein paar Punkte hinten lagen, uns rankämpfen konnten."
Die eine Ausnahmespielerin fehlt
Der packende Achtelfinal-Erfolg gegen Belgien war ein Ausrufezeichen. Zur absoluten Weltspitze sind aber noch Schritte zu machen. Als Team funktionieren die Deutschen hervorragend, sie sind auf vielen Positionen stark besetzt. Aber es fehlt die eine Ausnahmespielerin, die Sätze und ganze Spiele im Alleingang entscheiden kann und konstant über 20 Punkte pro Spiel liefert.
So wie Vargas. Im zweiten Satz hatte die DVV-Auswahl sie im Griff, aber das war nur kurz möglich. "Was es schwer macht, das über längere Distanz zu schaffen, ist einfach ihre absolute athletische Power und Höhe, die wirklich überlegen ist", erklärte Alsmeier.
Insgesamt ist der Ausblick nach dem zweiten Sommer unter Trainer Giulio Bregoli aber positiv. Der Weg zu Olympia 2028 wird nicht leicht, aber das deutsche Team hat Potenzial. Mit weiteren Entwicklungsschritten bei Leana Grozer, die als deutsche Topscorerin des Turniers schon viel Hoffnung auf die Zukunft machte, und Anastasia Cekulaev etwa. Mit Rückkehrerinnen und weiteren jungen Talenten, die nachkommen. Und mit dem Fundament um Alsmeier und Weitzel.
"Das hat uns echt noch mal richtig zusammengeschweißt. Wenn wir da nächsten Sommer anschließen können, haben wir schon einen großen Schritt nach vorne gemacht", sagte Alsmeier.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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