
Die Münchner Staatsanwaltschaft will ihre Ermittlungen zur Dammbruch-Katastrophe im brasilianischen Brumadinho in wenigen Monaten abschließen - nahezu acht Jahre nach dem Unglück mit mindestens 270 Todesopfern. Die Ermittlungen seien sehr weit vorangeschritten und könnten voraussichtlich Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden, teilte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde mit. Zuvor berichteten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung".
Ermittlungen laufen seit 2020
Der zur Eisenerzmine Córrego do Feijão gehörende Damm war am 25. Januar 2019 gebrochen, Folge war eine Schlammlawine, die sich über Teile der Mine und benachbarte Ansiedlungen ergoss. Eine brasilianische Tochtergesellschaft des in München ansässigen TÜV Süd hatte den Bau ein halbes Jahr zuvor geprüft und für sicher befunden. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt in dem Fall seit 2020, ob auch Mitarbeiter der deutschen Zentrale strafrechtlich verantwortlich sein könnten. Anlass waren Strafanzeigen bei der bayerischen Behörde. Die deutsche TÜV Süd-Zentrale weist die Anschuldigungen seit jeher zurück und hat mehrfach erklärt, keine rechtliche Verantwortung für den Dammbruch zu tragen.
Aufklärung dauert auch in Brasilien
Auch die brasilianische Justiz ist nicht viel schneller: In dem südamerikanischen Land laufen ebenfalls noch nicht abgeschlossene Strafverfahren gegen 15 Mitarbeiter des Bergbaukonzerns Vale und der brasilianischen TÜV-Gesellschaft. Der dortige Prozess vor einem Bundesgericht in Belo Horizonte begann nach Berichten örtlicher Medien im Februar. In diesem Jahr werden demnach über 140 Zeugen vernommen, die Angeklagten sollen im nächsten Jahr zu Wort kommen.
Die Münchner Staatsanwaltschaft betonte, das Verfahren von Anfang an mit hoher Priorität betrieben zu haben. Es handle sich um ein äußerst umfangreiches und komplexes Verfahren. "Der Hauptteil der maßgeblichen Beweismittel befand sich in Brasilien und musste im Wege langwieriger Rechtshilfe von den brasilianischen Behörden angefordert werden." In München läuft außerdem ein Zivilverfahren, bei denen Angehörige der Toten Schadenersatz vom TÜV Süd fordern.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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