
Um Fußgänger besser vor schweren Folgen von Autozusammenstößen zu schützen, fordern Unfallforscher Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Ortschaften. Fachleute der Björn Steiger Stiftung gehen nach einer Analyse von Polizeiberichten zu Hunderten Autounfällen mit schwer verletzten oder getöteten Fußgängern davon aus, dass durch eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung Leben gerettet werden könnten. Mit zuletzt 406 im Straßenverkehr getöteten Fußgängerinnen und Fußgängern stagniere die Zahl in den vergangenen Jahren auf unbefriedigend hohem Niveau, hieß es bei der Vorstellung der Daten in Münster.
"Umkehrung von Regel und Ausnahme" gefordert
"20 Stundenkilometer können einen Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen", sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Stiftung. Es gehe dabei nicht um eine ausnahmslose Einführung von Tempo 30 in Städten, sondern um eine "Umkehrung von Regel und Ausnahme", erläutert der Unfallforscher.
Werde das Tempo innerorts grundsätzlich reduziert, könnten 50 Stundenkilometer zur Ausnahme erklärt werden - etwa auf größeren Hauptstraßen. Bei geltender Gesetzeslage sei es häufig für Planer schwierig, Tempo 30 durchzusetzen. Für Autofahrer seien andererseits sich ständig ändernde Tempo-Begrenzungen schnell unübersichtlich.
Fußgänger vor allem beim Überqueren der Straße gefährdet
Für die Auswertung hatte das Team der Unfallforschung der Stiftung das Unfallgeschehen zwischen 2021 und 2024 unter die Lupe genommen und mehr als 1700 polizeiliche Unfallberichte ausgewertet. Ein wesentliches Ergebnis: Fußgänger kommen besonders häufig schwer zu Schaden, wenn sie die Straße überqueren. Der sogenannte Überschreiten-Unfall macht der Untersuchung zufolge 60 Prozent aller Unfälle mit PKW- und Fußgänger-Beteiligung aus. Die Mehrheit dieser Unfälle passiere dabei bei Tempo 50, so Brockmann.
Die Analyse zeige zudem, dass Fußgängerüberwege zur Falle werden könnten: Ein Viertel aller Auto-Fußgänger-Unfälle beim Überqueren der Straße passierten an Zebrastreifen oder anderen Querungshilfen. In rund einem Drittel seien später sicherheitsrelevante Mängel an der Anlage festgestellt worden, etwa durch fehlende Beschilderung, Sichtbehinderungen oder verblasse Markierungen: "Solche Anlagen vermitteln eine Scheinsicherheit und sind inakzeptabel", sagte Brockmann.
498425
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
Weitere aktuelle News im Ressort "Panorama":
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Ryan Schwieger: Statistiken, Daten und Steckbrief (Fitness First Würzburg Baskets | BBL 2025/2026)20.05.2026 - 2
Kriminalität: Streit am Jungfernstieg - zwei Verletzte, drei Festnahmen17.01.2026 - 3
Potsdam: Justiz ermittelt gegen Staatskanzlei-Mitarbeiterin03.06.2026 - 4
Tatiana Schlossberg ist tot: Kennedy-Nachfahrin (35) stirbt nach heimtückischer Diagnose31.12.2025 - 5
Populisten nutzen Aufregung: Demos & Connor im Shitstorm: Woher kommt die Wut um den Wal?15.04.2026
Ähnliche Artikel
WTA Tennis in Indian wells Liveticker: Danilina / Krunic gegen Kichenok / Krawczyk09.03.2026
Britney Spears: XXL-Mähne und Glamour-Style – Neuer Look für die Sängerin nach Entzugsklinik02.06.2026
Giro d'Italia 2026: Sprinterteams verzocken sich: Ausreißer siegt beim Giro24.05.2026
Olympia 2026: Erstes Gold für Olympia-Gastgeber Italien07.02.2026
Champions League: Woltemade torlos bei Newcastles Kantersieg18.02.2026
ATP Tennis in Dubai Ergebniss: Theo Arribage gewinnt gegen Julian Cash26.02.2026
Buckelwal: Buckelwal-Konvoi bei einsetzender Dunkelheit in der Nordsee01.05.2026
Artenschutz: Zehntausende Maifischlarven im Rhein ausgesetzt29.05.2026
Kiel: Senat wählt Michal Kucera zum neuen Uni-Präsidenten04.06.2026
Berlin: Spree-Schwimm-Demo fällt ins Wasser20.05.2026












