
- Ein Berliner über 75 Jahre ist nach einer Vibrionen-Infektion gestorben – vermutlich nach einer Ansteckung in der Ostsee
- Die gefährlichen Bakterien verursachten bei mehreren Betroffenen schwere Wundinfektionen und teilweise Blutvergiftungen
- Wegen der hohen Wassertemperaturen startete die Vibrionen-Saison 2026 ungewöhnlich früh
- So schützen Sie sich vor der gefährlichen Infektion
Ein Berliner im Alter von über 75 Jahren ist nach einer Vibrionen-Infektion gestorben. Der Mann hatte sich offenbar beim Baden in der Ostsee mit den gefährlichen Bakterien angesteckt. Wie aus dem aktuellen epidemiologischen Wochenbericht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) hervorgeht, wurden in diesem Sommer bereits drei solcher Infektionen bei Berlinern registriert.
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Tödliche Bakterien in der Ostsee: Berliner stirbt nach Bade-Infektion
Sämtliche Betroffenen erlitten Wundinfektionen. Bei zweien verschlechterte sich der Zustand so drastisch, dass sich eine Blutvergiftung entwickelte – für einen der Patienten endete sie tödlich. Zwei der drei Erkrankten steckten sich nach Angaben des Lageso beim Kontakt mit Meer- und Boddenwasser in Mecklenburg-Vorpommern an. Wo sich die dritte Person infizierte, ist bislang ungeklärt. Alle drei Betroffenen waren älter als 75 Jahre.
Vibrionen-Saison begann 2026 ungewöhnlich früh
Bereits die Hitzeperiode im Juni sorgte dafür, dass sich die Küstengewässer frühzeitig auf über 20 Grad erwärmten. Ab dieser Schwelle können sich Vibrionen laut Robert Koch-Institut (RKI) in Oberflächengewässern rasant ausbreiten. Besonders betroffen ist die Ostsee – ihr vergleichsweise niedriger Salzgehalt bietet den Bakterien ideale Bedingungen. Flache Küstenabschnitte, die sich besonders schnell aufheizen, gelten als Hotspots.
Das Lageso spricht von einer auffällig frühen Saison, ausgelöst durch die hohen Temperaturen. Die Zahlen untermauern das: Bis einschließlich der 29. Kalenderwoche wurde in den Vorjahren im Schnitt lediglich eine einzige Infektion gemeldet. Im gesamten Jahr 2025 waren es zwei Fälle, 2023 und 2024 jeweils fünf. Drei Infektionen allein bis Ende Juli 2026 liegen damit deutlich über dem bisherigen Durchschnitt.
Diese Menschen sind besonders durch Vibrionen gefährdet
Vibrionen stellen vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen eine ernste Bedrohung dar. Auch Personen mit chronischen Vorerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen oder schweren Herzleiden zählen zur Hochrisikogruppe. "Alle Personen waren älter als 75 Jahre und fallen somit in die bekannte Risikogruppe", heißt es im Lageso-Bericht.
Als Haupteintrittspforte für die Erreger dienen offene oder noch nicht vollständig verheilte Wunden. Gelangen die Bakterien über verletzte Haut in den Körper, kann sich rasch eine schwere Wundinfektion entwickeln, die im schlimmsten Fall in eine lebensbedrohliche Sepsis übergeht. Vibrionen kommen natürlicherweise in Gewässern mit einem Salzgehalt zwischen 0,5 und 2,5 Prozent vor – die Ostsee bietet mit ihrem geringen Salzanteil daher besonders günstige Vermehrungsbedingungen.
Ostsee-Urlaub: So schützen Sie sich vor gefährlichen Bakterien
Wer offene, größere oder frische Wunden hat, sollte derzeit auf das Baden und Waten in der Ostsee verzichten. Kleinere Verletzungen lassen sich mit wasserdichten Pflastern abdecken. Kommt eine Wunde trotzdem mit dem Meerwasser in Berührung, sollte sie umgehend mit sauberem Leitungswasser ausgespült werden.
Danach gilt es, die betroffene Stelle aufmerksam zu beobachten. Schnelle Rötungen, starke Schwellungen oder pochende Schmerzen – insbesondere in Kombination mit Fieber oder Schüttelfrost – sind Warnsignale, bei denen sofort ärztliche Hilfe oder eine Notaufnahme aufgesucht werden sollte.
Fachleute warnen zudem vor dem Verzehr roher oder unzureichend gegarter Meeresfrüchte und Fische. Auch auf diesem Weg können Vibrionen in den Körper gelangen und schwere Magen-Darm-Infektionen auslösen.
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