
Die außergewöhnliche Hitzewelle in der zweiten Junihälfte in Deutschland und weiten Teilen Europas hat Experten zufolge meteorologische Geschichte geschrieben. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) setzte die Hitzewelle statistisch neue Maßstäbe: An 467 von 488 Stationen wurden demnach Allzeit- oder Monatsrekorde bei der Höchsttemperatur registriert. Hinzu kamen laut DWD 339 Rekorde bei dem jeweils höchsten Tagesminimum. Mehr als die Hälfte aller Stationen mit mindestens 40-jähriger Reihe habe einen Allzeitrekord der Tagesmaximum-Temperatur aufgestellt.
In Deutschland hielt die Hitzewelle demnach vom 18. Juni bis 28. Juni an. Dabei sei die 40-Grad-Marke mehrmals überschritten worden. Die deutschen Werte sind laut DWD mittlerweile messtechnisch abschließend geprüft.
Höhepunkt am letzten Juni-Wochenende
Am Wochenende vom 26. bis 28. Juni erreichte die Hitzewelle in Deutschland demnach ihren Höhepunkt, es sei landesweit historisch heiß gewesen. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen sei jeweils ein deutscher Temperaturrekord gemessen worden: 41,3 Grad Celsius in Saarbrücken-Burbach am 26. Juni und 41,8 Grad Celsius in Möckern-Drewitz am 27. Juni. Der seit dem 25. Juli 2019 geltende Rekord von 41,2 Grad – aufgestellt in Duisburg-Baerl und Tönisvorst – sei damit um "beeindruckende" 0,6 Grad übertroffen worden.
Insgesamt erreichten beziehungsweise überschritten laut DWD 54 Wetterstationen während des Hitzewochenendes mindestens einmal die 40-Grad-Marke – begleitet von Tropennächten und extrem hohen Tagesmitteln. Die für die Charakterisierung einer Hitzewelle viel relevanteren Tagesmittel lagen demnach weit über dem Durchschnittsniveau im Juni, "was die Auswirkung auf die Menschen durch fehlende nächtliche Abkühlung noch verstärkte".
Tagesmittel ähnlich wie in Frankreich oder Spanien
"Insbesondere beim Tagesmittel hat Deutschland inzwischen zu den in Frankreich oder Spanien zuvor schon aufgetretenen Tagesmitteln aufgeschlossen und sieht sich ab sofort sehr ähnlichen Herausforderungen bei der Klimaanpassung insbesondere beim Hitzeschutz ausgesetzt", heißt es in dem DWD-Bericht.
Schwüle als zusätzliche Belastung
Die Hitze wurde demnach durch heiße Luft aus Nordafrika, starke Sonneneinstrahlung und ungewöhnlich warme Mittelmeeroberflächen unterstützt. Neben den Temperaturextremen sorgte dem DWD zufolge ein Taupunkt von 27,8 Grad Celsius in Hameln-Hastenbeck für Aufmerksamkeit – ein für Mitteleuropa außergewöhnlich hoher Wert, der die extreme Luftfeuchte und die damit verbundene Wärmebelastung unterstreicht.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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