
Nach der Entdeckung einer Bärenspur im Allgäu haben die Behörden zunächst keine weiteren Hinweise auf einen Braunbären entdeckt. Das Bayerische Landesamt für Umwelt hatte berichtet, dass im südlichen Landkreis Oberallgäu Kot gefunden wurde, der "möglicherweise auf einen Bären schließen" lasse. Ein Labor soll nun feststellen, ob es sich tatsächlich um die Hinterlassenschaft eines Bären handelt. Zuletzt war im Frühjahr 2023 ein Braunbär in der Region nachgewiesen worden.
Nach Angaben der Behörde wurde nach der Entdeckung des Exkrements die Umgebung auf mögliche weitere Spuren abgesucht. Bisher seien dabei keine weiteren eindeutigen Hinweise entdeckt worden, sagte ein Sprecher des Landesamtes.
Die Kotspuren sollen nun schnellstmöglich vom Senckenberg Zentrum für Wildtiergenetik im hessischen Gelnhausen untersucht werden. Das Umweltamt rechnet allerdings nicht mit einem kurzfristigen Ergebnis. Sobald dieses vorliege, werde es veröffentlicht, sagte der Sprecher. Das Senckenberg-Labor ist auch das nationale Referenzzentrum für genetische Analysen zu Wölfen und Luchsen.
Braunbären wandern von Österreich nach Bayern weiter
Auch in Österreich werden immer wieder Bären nachgewiesen, zuletzt hatten Bauern im österreichischen Bundesland Tirol unweit der bayerischen Grenze im Gemeindegebiet von Thiersee einen Bären gesichtet. Es wird davon ausgegangen, dass die Tiere ursprünglich aus Norditalien stammen, wo ein Wiederansiedlungsprojekt läuft.
Falls sich der Hinweis auf einen Braunbären im Allgäu bestätigt, werden die Behörden versuchen, die Herkunft zu bestimmen. "Bezüglich der Wanderungsbewegung des Bären stehen wir im stetigen Austausch mit den angrenzenden österreichischen Bundesländern", sagte der Sprecher des Landesamtes. Es gebe bislang aber weder ein Foto noch eine genetische Analyse, so dass die Spur noch keinem bekannten Bären aus den Nachbarländern zugewiesen werden könne.
Behörde gibt Verhaltenstipps für Wanderer und Bauern
Das Landesamt rät den Landwirten in der Region, ihre Tiere nachts in den Stall zu bringen und Maßnahmen zum Schutz der Herden zu ergreifen. Anwohner, Wanderer und Ausflügler sollten Vorsicht walten lassen. Sollte man tatsächlich einen Braunbären entdecken, sollte man Abstand halten, aber nicht wegrennen.
Man sollte das Tier durch ruhiges Sprechen und langsame Armbewegungen auf sich aufmerksam machen und kontrolliert den Rückzug antreten. "Lassen Sie dem Bären in jedem Fall eine Ausweichmöglichkeit", rät die Behörde. Es sei zudem auf einem Ausflug wichtig, in der Natur keine Essensreste und keinen Müll zurückzulassen, um keine Bären anzulocken.
Vor drei Jahren waren Bärenspuren in mehreren Landkreisen in Südbayern nachgewiesen worden. Ein Braunbär, der zuvor im Freistaat war, wurde dann im Mai 2023 im Salzburger Land von einem Zug angefahren und getötet. Auch in den Jahren zuvor gab es immer wieder Hinweise auf Bären in Bayern.
Der gelegentliche Zuzug von Braunbären beschäftigt die Menschen in Bayern seit mittlerweile zwei Jahrzehnten immer wieder. Im Jahr 2006 war Braunbär Bruno von den Behörden zum Abschuss freigegeben und im Rotwandgebiet getötet worden, nachdem er zugewandert war. Bruno steht seitdem als Symbol für die Debatte um Naturschutz und die schwierige Rückkehr wilder Tiere. Der tote Bär wurde ausgestopft und im Münchner Museum Mensch und Natur ausgestellt.
Im Trentino in Italien leben mindestens etwa 100 Bären. Etwa seit 2014 kam es in der beliebten Urlaubsregion auch zu Angriffen auf Menschen. Trauriger Höhepunkt war die tödliche Attacke auf einen Jogger im Frühjahr 2023. An Wanderwegen im Trentino warnen heute Schilder vor den Tieren. Insbesondere junge Bärenmännchen können auf ihren Wanderungen große Strecken zurücklegen.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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