
- "Jahrhundertwinter" nicht seriös vorhersehbar
- Meteorologe Sigi Fink warnt davor, bereits im August konkrete Extremprognosen zu verbreiten
- El Niño ist kein Winter-Orakel - andere Faktoren sind entscheidend
Während in den Supermärkten bereits die ersten Lebkuchen in den Regalen stehen, kursieren im Netz schon wieder reißerische Schlagzeilen über einen bevorstehenden Jahrhundertwinter. ORF-Meteorologe Sigi Fink hat davon genug. In einem Video auf Social Media rechnet er mit den alljährlichen Panikmeldungen ab, die El Niño als Vorboten eines Extremwinters verkaufen wollen.
Weitere aktuelle Wetter-Meldungen finden Sie am Ende dieses Artikels.
Meteorologe rechnet mit "Jahrhundertwinter"-Schlagzeilen ab
"Jetzt schon über einen Jahrhundertwinter zu sprechen, ist kompletter Schmonzes", stellt Fink unmissverständlich klar. Solche Vorhersagen seien nichts weiter als "Clickbait, Sommerloch" – oder beides gleichzeitig. Niemand könne das Winterwetter Monate im Voraus seriös prognostizieren, betont der Wetterexperte. Er selbst habe es einmal versucht, und das Ergebnis sei vergleichbar mit einem Münzwurf gewesen. "Bitte glaubt nicht solche Nachrichten", appelliert Fink an sein Publikum.
1819732
Doch warum taugt El Niño nicht als Winterorakel für unsere Breiten? Fink liefert eine klare Erklärung: Das Wetterphänomen entfaltet seine Wirkung hauptsächlich im Pazifikraum und in Teilen Nordamerikas. Bis es Europa erreicht, bleibt davon bestenfalls ein marginaler Rest übrig. "El Niño hat geringen Einfluss auf unser Wetter", fasst der Meteorologe zusammen. Wenn überhaupt, dann tangiere uns das Phänomen nur minimal.
Der österreichische Geodienst GeoSphere Austria stützt diese Einschätzung. Auch nach deren Erkenntnissen wirkt sich El Niño vorrangig auf die pazifischen Anrainerregionen aus und erreicht Österreich lediglich in stark abgeschwächter Form. "Sind wir in Europa schon um einiges zu weit entfernt", zieht Fink sein Fazit – auch wenn in der Atmosphäre grundsätzlich alles miteinander verknüpft sei.
Drei Faktoren, die unser Winterwetter wirklich bestimmen
Statt auf El Niño zu schielen, sollte der Blick laut Fink auf ganz andere Einflussfaktoren gerichtet werden. An erster Stelle steht das ungewöhnlich aufgeheizte Mittelmeer. Wassertemperaturen von über 33 Grad etwa vor Mallorca sorgen dafür, dass Tiefdruckgebiete dort besonders viel Energie und Wasserdampf aufnehmen. Die Folge: heftige Unwetter mit sintflutartigem Regen, die bis in den Alpenraum vordringen und Hochwasser auslösen können. Das Hochwasserereignis 2024 sei ein Paradebeispiel dafür gewesen. Als zweiten und dritten Schlüsselfaktor nennt der ORF-Meteorologe die Polarfront sowie das Kältereservoir am Nordpol. Diese drei Komponenten zusammen bestimmen nach Finks Darstellung letztlich, wie sich der Winter in Mitteleuropa tatsächlich gestaltet.
Kein Vergleich mehr mit den Wintern von einst
Die Statistik spricht ohnehin eine deutliche Sprache: Mitteleuropäische Winter fallen längst nicht mehr so frostig aus wie in früheren Jahrzehnten. Auch die eisigen Winterstürme, wie sie in den 1950er bis 1970er Jahren noch vorkamen, gehören der Vergangenheit an. Zwar gab es vereinzelt spektakuläre Schneeereignisse – etwa 2020 im Südwesten Österreichs und in Südtirol, als in St. Jakob in Defereggen 1,40 Meter Schnee fielen. Doch solche Extremfälle treten laut Fink völlig unabhängig davon auf, ob gerade ein El-Niño-Jahr herrscht oder nicht. Wer also im August bereits den Schneepflug startklar machen will, weil irgendeine Schlagzeile den Jahrhundertwinter ausruft, darf getrost weiter den Spätsommer genießen.
Weitere Meldungen rund ums Wetter finden Sie hier:
- Kaltfront kracht Hitze weg – Warnung vor Superzellen und möglichen Tornados
- Gewitter, Tornado und Co.: Bei Diesen Warnstufen sollten Sie im Haus bleiben
- DWD warnt vor neuen Unwettern – dann kommt die Hitze zurück
- Hitze am Lorenzi-Tag: Das sagt eine alte Bauernregel über das Wetter im Winter voraus
- Umgestürzter Baum erschlägt Mann – Videos zeigen Verwüstung nach Unwetter-Tragödie
NEUESTE BEITRÄGE
- 1
Nations League: Portugal gewinnt ohne Ronaldo dank Nyland-Patzer in Norwegen27.09.2026 - 2
FC Bayern München News: Musiala über Comebackplan: "Läuft richtig gut"04.01.2026 - 3
FC Bayern München News: Zweimal Kane, dreimal Díaz: Bayern zerlegt Hoffenheim08.02.2026 - 4
Marius Borg Høiby: Königshaus erschüttert - vier Jahre Haft für Mette Marits Sohn15.06.2026 - 5
Eilmeldung: Mindestens 21 Tote bei Zugunglück in Spanien19.01.2026
Ähnliche Artikel
Tennis News: Sabalenka und Rybakina bestreiten Finale bei US Open11.09.2026
Duderstadt: Weihnachtsmarkt wegen möglicher Gefahrensituation geräumt12.12.2025
Olympia 2026: Rom will Debatte über Einsatz von ICE-Beamten entschärfen28.01.2026
Bundesliga News: Antwort auf Trump: St. Pauli verleiht "Peace Prize" in USA13.04.2026
Bundesliga News: Retro, Designer und Stars: Fußball-Trikots als Mode-Hype31.07.2026
Bundesliga News: Erste Liga-Niederlage: Augsburg schockt FC Bayern24.01.2026
Von Bad Essen nach Damme: Tonnenschwere Dinosaurier-Lady zieht um11.10.2026
München: Wertvolle Oboe nach Jahren sichergestellt11.06.2026
Fußball-WM: Argentinien-Trainer bricht Pressekonferenz unter Tränen ab20.07.2026
Dolly Parton ist tot: Ihre letzten Worte bekommen jetzt eine tragische Bedeutung26.08.2026













