
Rund zwei Monate nach der Gewalttat mit sechs Toten im niedersächsischen Stade ist ein Waffenhändler in Untersuchungshaft genommen worden. Der 49 Jahre alte Berliner soll dem 45 Jahre alten mutmaßlichen Mörder die Tatwaffe verkauft haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Verkauf soll einige Tage vor der Tat Ende Juni stattgefunden haben. Laut Mitteilung wurde der verdächtige Waffenverkäufer am Montag in Berlin von Spezialeinsatzkräften festgenommen.
Der Berliner habe sich widerstandslos festnehmen lassen, hieß es. Am Dienstagmittag sei Haftbefehl erlassen worden. Der Mann kam den Angaben nach in ein niedersächsisches Gefängnis. Weitere Details nannten die Ermittler zunächst nicht.
Sechs Menschen getötet
Nach bisherigen Erkenntnissen tötete der 45-jährige Türke in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade westlich von Hamburg sechs Menschen - drei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamtes Hannover sowie drei Beschäftigte der Einrichtung. Als Motiv vermuten die Ermittler einen Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des Mannes. Er wurde kurz nach dem Verbrechen festgenommen und kam in Untersuchungshaft.
Im Juli wurde der 45-Jährige tot in seiner Einzelzelle im Gefängnis in Bremervörde gefunden. Die Beamten gehen von Suizid aus. Die Ermittlungen wegen sechsfachen Mordes gegen den Mann wurden eingestellt, ein Verfahren gegen Tote ist in Deutschland nicht möglich.
Trotz des Todes des Hauptverdächtigen werden die Ermittlungen der Mordkommission gegen die Mutter des Kindes und die Fahrerin des Fluchtwagens weitergeführt. Das Baby lebt inzwischen getrennt von der Mutter in einer anderen Einrichtung.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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