
In der Debatte um das geplante Eintrittsgeld für den Kölner Dom hat der Domdechant Monsignore Robert Kleine auch Ermäßigungen bis hin zu freiem Eintritt angekündigt. In einem Interview mit der "Kölnischen Rundschau" verteidigte Kleine die Maßnahme - und verwies unter anderem auf die gestiegenen Reinigungskosten durch das Verhalten der Touristen.
Zu den Ticketpreisen sagte der Domdechant der "Kölnischen Rundschau": "Wenn man Eintritt nimmt, gibt es auch einen ermäßigten Eintritt und einen freien Eintritt. Dieses Gefüge müssen wir uns genau anschauen. Ich denke, die Maßgabe bei der Kalkulation muss sein: Wie können wir durch den Eintritt die Mittel einnehmen, die wir für den Erhalt des Doms brauchen? Uns rennen die Kosten davon. Die bisherigen Schritte reichen nicht."
20.000 Besucher - aber nur 700 Euro in Spendenbox
Laut Kleine hatte man zunächst versucht, durch die Erhöhung des Eintritts für die Turmbesteigung und die Schatzkammer die Einnahmen zu erhöhen. Man habe im Dom auch ein Spendengefäß aus Plexiglas aufgestellt: "Hätte jeder Besucher einen Euro reingetan, hätten wir im Jahr sechs Millionen Euro zur Verfügung. Aber manchmal waren am Ende eines Tages mit rund 20.000 Besuchern da nur 700 Euro drin", so Kleine.
Neben den Kosten für die Erhaltung des Bauwerks, so wie Sicherheit und Energie muss das Domkapitel laut Kleine auch immer mehr in die Reinigung stecken: "Wir machen leider die Erfahrung, dass manche Besucher im Dom ein Verhalten an den Tag legen, das uns zwingt, den gesamten Boden alle zwei Nächte feucht zu reinigen."
Kaugummi auf Mosaik
Weiter sagte Kleine: "Wenn Sie sehen, wie viel Kaugummi im Dom-Inneren liegt, auch auf dem Mosaik von 1880 am Dreikönigsschrein, dann frage ich mich: Wer kommt auf die Idee, hier im Dom im Gehen sein Kaugummi auszuspucken? Man glaubt ja nicht, was sich hier alles abspielt im Dom."
Der Kölner Dom wird jährlich von rund sechs Millionen Menschen besucht, die meisten davon sind Touristen. Das Domkapitel hatte Anfang März angekündigt, demnächst von Touristen Eintrittsgeld zu verlangen. Gottesdienstbesucher und Betende sollen weiter gratis Zugang erhalten, ebenso Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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