
Im Prozess um mutmaßliche erneute Gewaltausbrüche des sogenannten Maschsee-Mörders hat das Opfer vor Gericht seine Vorwürfe bekräftigt. Der Angeklagte habe sie zweimal misshandelt, sagte die 34-Jährige aus. Das erste Mal habe sie ihm verziehen, weil sie ihn geliebt habe, sagte die Frau unter Tränen.
Der verurteilte Mörder hatte sie nach seiner Haftentlassung über TikTok kennengelernt und war bald zu ihr gezogen. "Anfangs war es recht harmonisch", schilderte die Zeugin. Aber bald habe er nicht nur Tabletten genommen, sondern auch drei bis vier Flaschen Wodka am Tag getrunken.
Sie habe ihn vergeblich zum Entzug gedrängt. Weil sie nachts nicht mehr habe schlafen können, habe sie ihm Vorwürfe gemacht und gesagt, dass es so nicht weitergehe. Da habe er sich plötzlich auf sie gesetzt und sie gewürgt. "Ich hätte Dich lieber umbringen sollen", habe er gesagt, berichtete die Frau weinend.
"Gesichtsausdruck, den ich noch nie gesehen hatte"
"Ich hatte Angst. Er hatte einen Gesichtsausdruck, den ich noch nie gesehen hatte." Sie sei ins Wohnzimmer geflüchtet und habe seiner Mutter ein Video geschickt, indem sie erzählt habe, was passiert sei. "Seine Mutter hat gesagt, ich soll die Polizei rufen. Das habe ich aber nicht gemacht", sagte die Frau.
"Ich habe ihn geliebt und habe ihm verziehen." Nach Weihnachten, am 27. oder 28. Dezember 2025, sei es dann zu einem weiteren Vorfall gekommen. Er habe sie beobachtet, wie sie am Handy mit ihrem Ex-Freund kommuniziert habe. Plötzlich habe er hinter ihr gestanden.
"Ich soll ihm sagen, was Sache ist, hat er gesagt und: "Dich vermisst sowieso keiner"." Er habe das Telefonkabel durchgeschnitten, die Wohnungstür abgeschlossen und versucht, mit ihrem Fingerabdruck ihr Handy zu entsperren.
Säge genommen
Sie habe ihren Daumen aber immer wieder weggezogen. Da habe er eine Säge genommen und versucht, ihren Daumen abzusägen. Sie habe sich ins Bad geflüchtet, aber er habe die Tür aufgedrückt und dabei zerstört. Im Bad habe er sie geschlagen, in die Dusche geschubst, mit ihrem Bademantelgürtel an die Duscharmatur gefesselt und dann lange kaltes Wasser über sie fließen lassen. "Ich hatte keine Uhr, aber ich glaube, es waren 30 Minuten. Es war scheißkalt."
"Du weißt ja, wer ich bin", habe er ihr gesagt. "Ich wusste, dass Schreien keinen Sinn macht." Erst als sie ihm versprochen habe, ihr Handy zu entsperren, habe er die Fesseln gelöst und sich sogar entschuldigt. Dann habe er ihr gedroht: Wenn sie jemandem davon erzähle, gehe es nicht mehr so glimpflich ab wie bei seinen Ex-Freundinnen.
Die nächsten Tage habe sie sehr viel geweint. Am 10. Januar habe sie schließlich Anzeige gegen ihn erstattet. Heute gehe es ihr "katastrophal". "Ich habe meine Arbeit verloren, die ich geliebt habe", sagte die 34-Jährige. Weil es ihr psychisch so schlecht ging, sei sie einen Monat krankgeschrieben gewesen und noch in der Probezeit gekündigt worden. Sie schlafe schlecht, auf TikTok gebe es einen Fake-Account, auf dem sie öffentlich bloßgestellt werde.
Angeklagter beteuert Unschuld
Alexander K. hatte beim Prozessbeginn am Dienstag seine Unschuld beteuert. Kein Wort der Aussage der Ex-Freundin sei wahr. Er ist wegen gefährlicher Körperverletzung und Geiselnahme angeklagt.
Nach Verbüßung einer zwölfjährigen Haftstrafe wegen des Mordes an einer Prostituierten in Hannover war er im vergangenen Jahr freigekommen und dann zu der Frau nach Düsseldorf gezogen. Am 11. Januar war er im Düsseldorfer Hauptbahnhof verhaftet worden. Dem 38-Jährigen drohen nun bis zu 15 Jahre Haft und Sicherungsverwahrung.
Nach seiner Haftentlassung hatte er im Internet mit seiner Tat kokettiert und sich eine Gefolgschaft aufgebaut: "Ich hatte bei TikTok eine Million Views", sagte er. Er bewarb T-Shirts mit makabren Aufdrucken ("Ich überlebte ein Date - Maschseemörder"), eines seiner Bücher trägt den Titel "Der Maschseemörder". Der Prozess am Düsseldorfer Landgericht wird fortgesetzt.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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