
Alkoholfreie Partys und Veranstaltungsformate stoßen in Berlin nach Beobachtung der Clubcommission Berlin, dem Netzwerk der Clubkultur in der Hauptstadt, auf wachsendes Interesse. Vor allem jüngere Menschen lehnten Alkoholkonsum teilweise grundsätzlich ab, erklärte Sprecherin Emiko Gejic.
Auch im Berliner Funkhaus wird dieser Trend aufgegriffen. Dort startet das Unternehmen Circadian unter dem Namen "Amphitheatre" ein alkoholfreies Open-Air-Format direkt an der Spree, das sich eher an Listening Bars als an klassischen Clubnächten orientieren möchte. Statt Bier und Schnaps wird dort kalter Tee serviert.
"Es ist kein Partyort", sagte Circadian-Gründer Mahmoud Abdelhafez. Man verstehe das Ganze mehr als ein Hörerlebnis unter freiem Himmel. Die Veranstalter sprechen deshalb auch von einer Klangbühne. Besuchern soll ermöglicht werden, "das Wasser und die Natur zu erleben" und in ruhiger Atmosphäre zusammenzukommen, erklärte Abdelhafez.
Schutzräume in Krisenzeiten
Listening Bars sind laut Clubcommission "ein vermehrt aufkommendes Phänomen". Es geht vor allem darum, gemeinsam Musik zu genießen. Als Gründe für den Erfolg nüchterner Formate nennt Gejic unter anderem ein stärkeres Bedürfnis nach Schutzräumen und mentaler Entlastung.
Zudem seien vor allem junge Menschen durch Krisen, Kriege, Klimawandel oder wirtschaftliche Unsicherheit zunehmend psychisch belastet. Deshalb werde gezielt nach Community-Spaces gesucht, die einen sicheren Rahmen zum Zusammenkommen schafften.
Klang statt Kater
Auch Abdelhafez beobachtet, dass viele Menschen ihren Alkoholkonsum bewusster hinterfragten oder ganz darauf verzichteten. "Ich glaube, die Welt macht gerade eine schwierige Zeit durch, und etwas, das keine zusätzliche körperliche oder psychische Belastung darstellt, hilft wahrscheinlich dabei, mit all den komplexen Herausforderungen fertig zu werden", sagte er.
Im "Amphitheatre" steht alkoholfreier Tee auf Basis des japanischen Schattentees Gyokuro im Mittelpunkt. Die Musik sei bewusst gewählt: "nicht schnell", sondern "angenehm anzuhören".
Vom Rundfunkhaus zum Kulturort
Das frühere DDR-Rundfunkhaus im Stadtteil Oberschöneweide war einst der Ort, von dem die überregionalen Radiosender der DDR ins Land funkten. Heute ist das Gelände an der Spree ein Kultur- und Kreativstandort mit Konzerten, Restaurants und Musikstudios.
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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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