
Horst Steffen kämpft um seinen Trainerjob bei Werder Bremen. Nach neun Bundesliga-Spielen ohne Sieg entscheidet womöglich schon das nächste Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) darüber, ob der 56-Jährige bei Werder weiterarbeiten darf oder nach sieben Monaten schon wieder gehen muss.
Der frühere Gladbacher Profi und Gladbacher Jugendtrainer macht sich darüber keine Illusionen. Werder brauche ein "Erfolgserlebnis, nach dem alle lechzen", sagte Steffen. "Es ist wichtig, dass wir drei Punkte holen. Wenn wir nachher hören: Wir haben gut gespielt und wir haben nur einen Punkt - dann wäre keiner richtig glücklich im Stadion."
Loyal zu Spielern und Club-Führung
Auch zwei Tage vor dem Gladbach-Spiel und zwei Tage nach der Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim (0:2) blieb sich der Trainer in einem wichtigen Punkt treu: der Loyalität zu seinen Spielern und zu seinen Vorgesetzten. Den großen Druck, der auf ihm lastet, gab Steffen bei seiner Pressekonferenz am Donnerstag nicht einfach weiter.
Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz und Profifußball-Leiter Peter Niemeyer nennt er weiter "eine gute Führung", auch wenn deren Kaderplanung in den vergangenen Monaten maßgeblich zu der aktuellen sportlichen Krise beigetragen hat.
Auch seinen Spielern gebe er weiter Vertrauen. "Ich sehe, wie die Mannschaft gespielt hat in den letzten Spielen. Ich weiß, das kann wahrscheinlich keiner mehr hören, weil die Ergebnisse nicht dazu gepasst haben", sagte Steffen. "Aber wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Und das war in der Vorrunde zum Teil noch nicht der Fall. Die Grundstruktur und das Grundverhalten der Spieler stimmen mich zuversichtlich."
Nur in einem Punkt wurde der angeschlagene Werder-Coach zumindest etwas deutlicher als sonst: Steffen sieht die Notwendigkeit, bis zum Ende der Transferfrist am Montagabend noch einen weiteren Abwehrspieler zu holen. Denn auch nach der Rückkehr des zuletzt gesperrten Kapitäns Marco Friedl fehlen den Bremern am Samstag noch mindestens fünf verletzte Verteidiger.
Steffen will neuen Abwehrspieler
"Wir haben eine Personallage in der Verteidigung, die ein bisschen dünn ist", sagte Steffen. "Wir sind im Austausch, wir diskutieren unseren Kader. Ich bin da involviert und gebe meinen Senf dazu. Und ich hoffe, dass wir gute Ideen umsetzen können, wenn wir denn die Möglichkeiten haben." Denn: "Wir haben gute Jungs - aber die müssen auch auf dem Feld stehen."
Steffen glaubt nach eigenen Angaben immer noch an die Werder-Wende - und das aus zwei Gründen: "Ich persönlich bin von der Arbeit überzeugt, die ich hier mache", sagte er. Dazu gehe es ihm um "die Liebe zu diesem Spiel: Ich will, dass wir ein gutes Spiel sehen, dass die Jungs erfolgreich sind, dass Werder erfolgreich ist." Das sei für ihn "der Antrieb, den ich habe. Und nicht: Wie komme ich oder wie kommen andere dabei weg? Das ist für mich völlig egal!"
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an [email protected]. +++
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